Tengen Helferkreis sucht weitere Unterstützer

In Tengen sehen sich die Verantwortlichen für die Integration von Flüchtlingen zwar auf einem guten Weg, wünschen sich aber noch mehr Unterstützung, speziell durch Vereine und Vermieter.

Die Integration der Flüchtlinge in Tengen sei auf einem guten Weg. Davon zeigten sich im Gespräch mit dem SÜDKURIER die verantwortlichen Vertreter von Stadt und Helferkreis überzeugt. Die Neubürger sollen weiterhin gut Fuß in der Gesellschaft fassen. Darum wünschen sich die Helfer, dass private Vermieter auch an Flüchtlinge vermieten. Und dass die Mitbewohner aus fremden Ländern in die Vereine und den Alltag im Hegau eingebunden werden.

Großes Thema ist zurzeit die Anschlussunterbringung. Nach 20 Monaten stellt sich die Frage, wohin anerkannte Flüchtlinge umziehen. "Eine syrische Familie aus Blumenfeld ist nun ins alte Zollhaus nach Büßlingen gezogen", erläutert Tengens Bürgermeister Marian Schreier. Das Zollhaus im Tengener Teilort an der Schweizer Grenze wird nach und nach bezogen. Zudem lebe in Tengen eine Familie aus Syrien bei einem privaten Vermieter.

Hilfreich für eine gute Integration sei, wenn die Flüchtlinge zur Anschlussunterbringung in private Wohnräume ziehen könnten. Juliet Brook Blaut ist seit Januar Mitarbeiterin des Projektes "Nah an Menschen von weit weg" der Caritas Singen-Hegau. In Tengen unterstützt sie Helfer und Flüchtlinge. "Wir suchen private Vermieter, die für Flüchtlinge Wohnungen zur Verfügung stellen. Ich berate die Vermieter gerne", so Brook Blaut. Um über den Helferkreis hinaus die Anbindung der Neubürger an das Dorf- und Stadtleben zu fördern, könnten Vereine überlegen, zu welchen ihrer Anlässe sie gezielt Flüchtlinge einladen. "Vereine und auch Einzelpersonen können gerne auf mich oder den Helferkreis zukommen, um zu besprechen, welche Kontakte sich anbieten", erläutert Brook Blaut.

Rupert Ruf, der den Helferkreis koordiniert, äußert einen weiteren Wunsch: "Wir brauchen weitere Helfer, die die Flüchtlinge gezielt begleiten. Sowohl während ihrer Zeit in der Gemeinschaftsunterkunft als auch während der Anschlussunterbringung."

Wie gut die Integration gelingen kann, belegt Bürgermeister Marian Schreier anhand einer Flüchtlingsfamilie aus Syrien, die in Tengen lebte und inzwischen an einem anderen Ort wohnt. "Die Familie hält immer noch Kontakt zu Tengenern. Sie wollten eigentlich sogar gerne hier bleiben. Besonders, weil die Kinder in der Schule ihren Platz gefunden haben." Juliet Brook Blaut fasst zusammen: "In Tengen gibt es ein friedliches Nebeneinander zwischen Flüchtlingen und Einheimischen." Rupert Ruf zieht das Fazit: "Besonders danken können wir für viele Sachspenden und große Hilfsbereitschaft der Bevölkerung bei den Fahrdiensten." Gerade die Fahrdienste sind in einer ländlichen Gemeinde wie Tengen sehr notwendig. "Einen besonders wichtigen Dienst leisten die Paten und der Arbeitskreis Sprache. Die deutsche Sprache zu lernen ist wichtig, um Teil der Gesellschaft zu werden. In Watterdingen und Wiechs gibt es Sprachunterricht, in dem Ehrenamtliche unterrichten. Eine Familie in Wiechs bietet zum Beispiel zuhause Spiel- und Bastelmittage für Kinder an."

Flüchtlinge in Tengen

Mehr als die Hälfte der rund 50 Flüchtlinge in Tengen stammt derzeit aus Irak, Iran und Syrien. Weitere Herkunftsländer sind Eritrea, Afghanistan und Somalia. Die meisten Flüchtlinge leben in den Gemeinschaftsunterkünften in Watterdingen und Wiechs. Je eine Familie wohnt derzeit im alten Zollhaus Büßlingen und als Mieter in einer Tengener Privatwohnung.

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