Die derzeit herrschenden eisigen Temperaturen stellen auch an die Narren bei den Fasnachtsumzügen eine besondere Herausforderung. Bestens gewappnet zeigt sich die Grenzgeister-Zunft Wiechs am Randen im Vorfeld ihres Narrentreffens zum 50-jährigen Bestehen am Wochenende.
„In unserem beheizten Festzelt und im Gemeindesaal können alle Umzugsteilnehmer und Zuschauer in wohliger Wärme feiern“, berichtet Grenzgeister-Zunftmeister Tobias Finsler. Zudem wollen die Grenzgeister mit einem Unterhaltungsprogramm drei Tage lang im Festzelt, das an die 1200 Besucher fasst, die Stimmung anheizen. Das Gasthaus „Sonne“ habe ein eigenes Unterhaltungsprogramm zusammengestellt und biete nochmals einen warmen Platz für etwa 150 Besucher.
Was beim Narrentreffen alles geboten ist und wie sich die Grenzgeister darauf vorbereiten, sehen Sie im Video:
„Probleme sehen wir auch nicht während des Nachtumzuges, für den 23 Zünfte und etwas über 1000 Hästräger angemeldet sind“, so Finsler. „In höchstens anderthalb Stunden haben alle Narren genauso am Freitagabend wie am Sonntag beim Jubiläumsumzug die lange Dorfstraße passiert“, so Finsler. Jeder Narr selbst wisse, dass warme Kleidung bei den derzeitigen Temperaturen unerlässlich sei. Wer eine Kälteallergie habe, sollte lieber zuhause bleiben. „Aus der Erfahrung heraus kommen bei Nachtumzügen die Zünfte bei hohen Minustemperaturen mit etwas weniger Teilenehmern als angemeldet“, berichtet Finsler. Die Grenzgeister sind im Festzelt und im Gemeindesaal über die Narrentage mit an die 150 Helfer im Einsatz. Zudem stellten die Nachbarzünfte, die Uttenhofer Roten Füchse und die Büßlinger Clown und Römer als Jubiläumsgeschenk jeweils etwa zehn bis 15 Helfer.
Einer, der sich beim Thema Kälte und Fasnacht schnell warm redet, ist Walter Benz. Er kann aus 40 Jahre Erfahrung als Präsidiumsmitglied der Narrenvereinigung Hegau-Bodensee sprechen. Seine Gottmadinger Gerstensack-Zunft marschiert beim Nachtumzug in Wiechs mit. Zumal die Gerstensäcke mit den Grenzgeistern eine jahrelange Freundschaft verbindet. Die Gottmadinger reisen per Bus an. „Wir lassen uns schon aus haftungsrechtlichen Gründen die teils weiten Busfahrten pro Fasnacht oft mehrere tausend Euro kosten“, so Benz. Alle Umzugsteilnehmer sollen ohne eigene Kosten mitfahren. „Wir müssen es ermöglichen, die Ausgaben selbst zu erwirtschaften“, so Benz.
Lange Unterhosen und einen warmen Pullover oder Anorak unter dem Häs, nennt Walter Benz als Patentrezept gegen Kälte bei Umzügen. „Diese Kleidung war beim Narrentreffen in Bermatingen am vergangenen Sonntag bei über minus 13 Grad bitter nötig“, so Benz. Als Präsidiumsmitglied und Vizepräsident der Vereinigung habe er stundenlang auf der Ehrentribüne gesessen. „Wir haben uns wie viele andere Umzugsteilnehmer in einem Gasthaus immer wieder aufgewärmt“, berichtet Benz. Er bekommt auch in Wiechs einen Ehrenplatz.