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Stockach:  Der Kandidat und die Routiniers

18.03.2011
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Stockach – Der FDP-Landtagskandidat Oliver Kuppel betritt die Bühne, begrüßt das Publikum mit nachdenklicher Note: „Es fällt schwer, Landtagswahlkampf zu machen, wenn man die Nachrichten aus Japan hört“, sagt er in die Runde. Dann eine kurze, aber intensive Würdigung der bevorstehenden Landtagswahl als Richtungswahl für das Land.

Wollen die Wähler eine zukunftsorientierte oder eine zukunftsverweigernde Politik? „Es geht um die Zukunft von Baden-Württemberg“, schärft Kuppel den Zuhörern ein.

Und der Motor dieser Zukunft sei die FDP, in die er, Kuppel, wegen seiner Überzeugungen eingetreten sei, nicht um mit Hilfe des Parteibuchs flott Karriere zu machen. In seiner Rede besetzt Kuppel geschickt verschiedene Themen: Gäubahn? Muss rasch ausgebaut werden, denn „ich habe keine Lust, zweieinhalb Stunden Bummelzug zu fahren, um dann in Stuttgart einen schönen Bahnhof zu sehen.“ Bildung? Er schimpft über die Bildungspolitik der linken Parteien und will keinen „Bildungsmurks“ sehen, wie ihn die SPD in Bremen seit Jahrzehnten mache. Erfolg des Landes? Baden-Württemberg sei führend bei Innovationen und Wirtschaftswachstum, das Land habe die niedrigste Jugendarbeitslosigkeit. Die linken Parteien seien den Beweis des Erfolges schuldig geblieben, sagt Kuppel.

Damit liefert er, der Neuling, der zum ersten Mal ins Landesparlament einziehen will, den routinierten Gästen aus Bundes- und Landespolitik etliche Steilvorlagen. So würdigt Ernst Burgbacher, parlamentarischer Staatssekretär im Bundeswirtschaftsministerium, wie wichtig der Mittelstand für die Wirtschaft des Landes sei. Im Ausland werde man darum beneidet, viele mittelständische Unternehmen seien weltweit Marktführer, aber fest in ihrer Heimatregion verankert. Der SPD warf Burgbacher vor, keine klare Linie zum Thema Mittelstand zu haben, und die Grünen würden dem Mittelstand so gut wie alles vorschreiben. Dabei würden diese Unternehmer am liebsten von der Politik in Ruhe gelassen.

Die linken Parteien kommen auch ins Fadenkreuz der Kritik von Ulrich Goll, Landesjustizminister und FDP-Spitzenkandidat, diesmal beim Thema Bildung. Die Landesregierung habe einen Rekord bei der Lehrerzahl erreicht, 37 Prozent des Haushalts würden für Bildung ausgegeben und: „Die Ergebnisse bleiben nicht aus.“ Wer glaube, eine zehnjährige Gemeinschaftsschule, wie sie die Opposition fordere, würde individuelle Förderung sichern, habe seines Erachtens „den Verstand verloren“.

Birgit Homburger, die Fraktionsvorsitzende der FDP im Bundestag, konzentriert ihre Kritik auf die Grünen. Die Vorfälle in Japan hätten auch die FDP verunsichert, gesteht sie ein. Doch wenn man wie die FDP das Zeitalter erneuerbarer Energien erreichen wolle, müsste man auch Leitungen bauen, um den Strom zu transportieren. Die Grünen würden das verhindern.

Zukunftsorientiert oder zukunftsverweigernd? Für Oliver Kuppel ist klar, dass er für die FDP in ein zukunftsorientiertes Parlament einziehen will.

Landtagswahl Singen Wahlkreis 57
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