Stockach Ungewöhnliche Kunst in der Stockacher Melanchthonkirche

Die Künstlerinnen Sonja Steidle und Ulrike Restle präsentieren interkulturelle Projekte ihrer kreativen Schützlinge.

Eine Ausstellung mit Bildern und fotografischen Dokumenten aus interkulturellen Projekten von jungen Flüchtlingen fand in der evangelischen Melanchthonkirche Beachtung: Über 100 Gäste, neben Flüchtlingen mit Kindern auch etliche Einheimische, feierten die Eröffnung der Ausstellung, die der elfjährige Afghane Ilia am Klavier mit einer bezaubernden Gavotte von Jila Javad Maroufi umrahmte.

"An ungewöhnlichem Ort eine ungewöhnliche Kunst" bemerkte als Hausherr Pfarrer Rainer Stockburger in seiner Laudatio. Die Sprache der Kunst kenne keine Grenzen. Menschen aus Afghanistan, Syrien, dem Iran und dem Irak haben die rund 20 überwiegend großformatigen Bilder gemalt – neben einigen kindlich wirkenden Selbstportraits und Blumenbildern beeindrucken im Genre der freien Malerei in Öl auch sensible Seelenbilder.

Auch bei jugendlichen Einheimischen erfuhr die sehr gut besuchte Ausstellungseröffnung reges Interesse.
Auch bei jugendlichen Einheimischen erfuhr die sehr gut besuchte Ausstellungseröffnung reges Interesse.

Die künstlerisch-therapeutischen Projekte, teilweise unterstützt von der Bürgerstiftung und zwei Lions-Clubs der Region, werden seit drei Jahren durchgeführt von der professionellen Kunstmalerin Sonja Steidle in Zusammenarbeit mit der Familientherapeutin Ulrike Reske. "Seit etwa einem Jahr sind unsere Projekte auch für Einheimische offen" betont Steidle. Dabei gehe es besonders auch "um die Begegnung von Einheimischen deutscher Nationalität mit Flüchtlingen". Eine Plattform für solche Begegnungen von Menschen jeder Nationalität und jeden Alters bietet Ute Braun als Betreuerin vom "Weltcafé" jeden Dienstag von 15.30 bis 17.30 Uhr im Gemeindehaus der evangelischen Stadtkirche.

Ute Braun (rechts) ist Betreuerin vom Weltcafe, das jeden Dienstag von 15.30 Uhr bis 17.30 Uhr für Asylbewerber, Migranten und Deutsche ein Forum zur Begegnung bildet.
Ute Braun (rechts) ist Betreuerin vom Weltcafe, das jeden Dienstag von 15.30 Uhr bis 17.30 Uhr für Asylbewerber, Migranten und Deutsche ein Forum zur Begegnung bildet.

Lebendig gestaltet hat sich im Verlauf der gut besuchten Vernissage auch der ungezwungene Dialog beim Betrachten der Bilder. Weniger beachtet wurde dabei die eigentlich dominante Figur des gekreuzigten Christus im Altarraum zwischen den gezeigten Werken. Sein nonverbaler Dialog zum großformatigen Ölbild von Omer Al-Haddad schien zufällig. Das Werk des 27-jährigen, der vor zwei Jahren aus dem Irak geflüchtet war und der inzwischen als Zimmermann in Mühlingen arbeitet, zeigt in der oberen Bildhälfte die heile Welt seiner Heimatstadt Bagdad zu Friedenszeiten – und spiegelt im unteren Teil beklemmend die durch den Krieg angerichtete Verwüstung.

Die Bilder sind auch am heutigen Dienstag während der Öffnungszeiten des Weltcafés zwischen 15.30 und 17.30 Uhr zu sehen

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