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Stockach Senioren lernen voneinander

11.05.2010
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Stockach – Zu einem regen Austausch über Lehr- und Lernmethoden am PC und im Internet trafen sich in Stockach 55 Senioren aus dem südbadischen Raum. Gemäß dem Leitsatz „Für Senioren – von Senioren“ gaben Mitglieder von Computer-Initiativen ihre Erfahrungen an Interessierte weiter, die in ihren Gemeinden ebenfalls Gruppen aufbauen wollen.

In Kurzreferaten und anschließend in Fragerunden wurde über Öffentlichkeitsarbeit, die methodisch-didaktische Herangehensweise, Ausstattungsvoraussetzungen und Organisationsformen informiert. In den Pausen wurden Kontakte geknüpft und Erfahrungen verglichen. Großes Interesse galt auch dem Konzept der Senior-Internet-Helfer (SIH), die seit einigen Jahren mit Unterstützung des Zentrums für Allgemeine Wissenschaftliche Weiterbildung, kurz ZAWiW, der Universität Ulm ausgebildet werden.

Grundanliegen von Netzwerk und ZAWIW ist die Heranführung möglichst vieler Senioren an PC und ins Netz. Dafür steht auch das Projekt „Internet goes Ländle“, unterstützt vom Ministerium für ländlichen Raum, in dessen Rahmen der Regionaltag in Stockach stattfand.

Bürgermeisterstellvertreter Wolfgang Reuther brachte in seiner Begrüßung im Bürgerhaus Adler Post das Anliegen der Anwesenden auf den Punkt: Angesichts der Mobilitätsprobleme im ländlichen Raum kann das Kommunizieren übers Internet, ob man dabei nun Freundschaften pflegt, Informationen gewinnt oder Einkäufe tätigt, eine gute Alternative sein, die auch die Senioren nutzen sollten. Diese sollten „den Weg zur Bildungsgesellschaft“ aktiv mitgestalten und dabei ihre Werte und Umgangsformen weiter vermitteln. Die Lacher auf seiner Seite hatte Reuther, als er mit dem abgewandelten Hans-Kuony-Zitat auf die mögliche Gefährdung im Internet hinwies: „Ihr wisst wohl, wie ihr ins Netz hineinkommt, wisst aber nicht, wie ihr wieder hinauskommt.“

Damit diese Gefahr für die Senioren nicht besteht, leisten viele SIHs unzählige ehrenamtliche Stunden, in denen sie ältere Bürger behutsam an PC und Internet heranführen. Hemmschwellen vor den neuen Medien werden so überwunden und fast alle kommen auf den Geschmack, wissen die Vorteile von E-Mail und „Skype“ bald zu schätzen, ebenso den schnellen Weg zu Information oder die bequeme Art, Schriftstücke zu verfassen.

In der Computeria Stockach geben seit vier Jahren Helfer ihr Wissen und Können am PC weiter, bei den PC-Senioren Rielasingen-Worblingen sind es schon acht Jahre. Beide Initiativen sind auch Mitglied des Netzwerks und waren für die Durchführung des Regionaltags in Stockach verantwortlich. Ebenfalls ein Beispiel ehrenamtlicher Arbeit schilderte Aachs Bürgermeister Severin Graf, der den Aufbau eines sozialen Hilfenetzwerkes in Aach beschrieb.

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