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Stockach Rösler fürchtet das Urteil des Narrengerichts

15.02.2012
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Der Beklagte Philipp Rösler befürchtet, dass ihn das Urteil des Narrengerichts Stockach in der Verhandlung zum Weinen bringt.

Herr Rösler, wir wussten gar nicht, dass Sie einen Lieferservice gegründet haben?

 

Dabei profitieren Sie davon, weil Sie in den Genuss einer liberalen Wachstumspolitik kommen, die Arbeitsplätze schafft und Wohlstand sichert.

 

Können Sie sich die Anklage erklären? Das Hohe Grobgünstige Narrengericht zu Stocken wirft Ihnen vor, nach der Wahl zum FDP-Bundesvorsitzenden „nicht geliefert“ zu haben.

 

Hier irrt ausnahmsweise das Grobgünstige Gericht: Wir haben das Bürokratie-Monster ELENA erlegt, die Vorratsdatenspeicherungs-Krake abserviert und die Wachstums-Bremse gelöst. Oder hatte das Gericht etwas anderes bestellt?

 

Sind Sie dankbar für die Anklage und die öffentliche Gerichtsverhandlung – dort können Sie ja einiges gerade stellen, was sonst vielleicht verzerrt wahrgenommen wird?

 

Ich rechtfertige mich gern für eine Politik, die Chancen schafft und Leistung fördert. Unsere Botschaft ist so klar wie kurz: Wir halten Deutschland auf Wachstumskurs.

 

Werden Sie sich als Mitglied der FDP auf Artenschutz vor dem Narrengericht berufen?

 

Von einer aussterbenden Art kann bei uns Liberalen nicht die Rede sein. Wir wurden schon häufig totgesagt. Doch bisher taucht keines der 63 000 FDP-Mitglieder auf einer roten Liste auf.

 

 

 

Finden Sie es eigentlich gemein, dass alle so auf der FDP herumhacken?

Nicht gerade lustig, aber nicht gemein. Richtig nachdenklich würde ich werden, wenn uns die Gegner loben. Als Liberale sind wir gewohnt, dass uns der Wind ins Gesicht bläst. Es muss ja nicht immer so kalt wie jetzt sein. Wirkliche Probleme bekommen die, die bei plötzlichem Rückenwind abheben.

 

Haben Sie sich überlegt, vielleicht Guido Westerwelle als Beistand oder Zeugen mit in die Verhandlung zu holen – er war ja in einer ähnlichen Situation Beklagter des Narrengerichts 2002?

 

Und zehn Jahre später muss er nun gerade als Bundesaußenminister Deutschland im Ausland vertreten und kann deswegen nicht zum Verhandlungstermin erscheinen. Da sieht man, wie positiv man den Stockacher Richterspruch verarbeiten kann.

 

Nach Angaben des Munzinger-Archivs sind Sie leidenschaftlicher Bauchredner. Lassen Sie in Stockach ihren Bauch reden oder ziehen Sie die konventionelle mündliche Verteidigungsrede vor?

 

Hier ist ja nicht die Kinderstation des Krankenhauses, wo ich das mit Erfolg probiert habe. Und – ich schwöre – nie im Kabinett. Nein, eine gute Bauchentscheidung überlasse ich gern dem Grobgünstigen Gericht.

 

Die Strafen werden vom Narrengericht in Eimern Wein österreichischen Maßes ausgesprochen. Solch ein Eimer fasst herkömmliche 60 Liter. Mit welchem mehr oder weniger edlen Tropfen gedenken Sie denn Ihre Eimer zu füllen?

 

Moment mal: Noch gilt ja wohl die Unschuldsvermutung!

 

Abschließende Frage, Herr Rösler, von Haus aus sind Sie Mediziner, können Sie für uns aus Berlin eine Ferndiagnose stellen? Schadet die Verhandlung vor dem Narrengericht der Gesundheit?

 

Ganz im Gegenteil. Lachen ist gesund. Und wirtschaftlich ist es auch: Zwei Minuten Lachen ist für Körper und Seele so gesund wie 20 Minuten Joggen. Weinen soll aber auch gesund sein. So nehme ich auch gern jedes Strafmaß an. Und weiß nun auch, warum es Weinen heißt.

 

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