Stockach Närrischer Ohrwurm: Hochstimmung in Stockach
So sehen Sieger aus: Das Buurequartett – im Bild zwei der Musiker – gewann den Närrischen Ohrwurm 2012. Bild: scherrer
Rund 1000 Zuschauer strömten aus nah und fern in die Stockacher Jahnhalle, um der Live-Übertragung des Närrischen Ohrwurms 2012 – eine Co-Produktion von SWR und SÜDKURIER – beizuwohnen. Manche kamen sogar mit Reisebussen zum besonderen Anlass. Die Väter des Närrischen Ohrwurms – SWR 4-Moderator Stephan Schmutz und SÜDKURIER-Redakteur Dieter Wacker – waren sichtlich stolz, dass sich das Ereignis etabliert hat.
„Der Ohrwurm kommt langsam in die Flegeljahre“, schmunzelte Stephan Schmutz über die fünfte Auflage des närrischen Song-Contests. Flegeljahre? „Sie machen, was sie wollen, und kommen weiß Gott woher.“ „Stephan hat extra in der Volkshochschule einen Kurs für Mainzerisch besucht“, flachste Dieter Wacker, denn das Einzugsgebiet der Musiker reichte von Mainz über Oberschwaben bis ins Hegau. Er betonte: „Und dieses Mal ist kein einziger Coversong dabei, alles nur selbst komponierte und selbst getextete Lieder“. Dabei schwang Hochachtung in Wackers Stimme, denn mit dem Ohrwurm wollten die beiden Ideengeber der „handg'lismete“ (handgestrickten) Musik ein Podium geben. Dass genau dieses Format für Begeisterungsstürme sorgt – die gestrige Live-Übertragung war hierfür der beste Beweis – darüber freuten sich alle Beteiligten.
Rainer Vollmer, Liedsänger von Papi's Pumpels (Ohrwurmsieger 2009), wandte sich vor der Sendung noch an das Publikum: „Die Teilnehmer bibbern und bangen. Bitte feuert sie nachher kräftig an und unterstützt sie.“ Die Stimmung im Saal war zu dieser Zeit noch etwas dezent. So dezent, dass über Lautsprecher ertönte: „Hier spricht die Regie. Ihr steht da, wie in der Kirche. Nachher bitte ausrasten!“ Doch das hätte er eigentlich nicht sagen brauchen. Kaum begann mit Jean-Jacques Scheifele feat. Moskovskaya der Reigen der Ohrwürmer, brodelte die Stimmung im Saal. Immer ausgelassener wurden die insgesamt 14 Gruppen gefeiert. Fans jubelten mit Spruchbändern ihren Favoriten zu und sangen zum Teil nach Liedschluss noch lange, laut und inbrünstig weiter. Die Menge feierte manchmal derart, dass man Moderatorin Sonja Faber-Schrecklein kaum verstand. Ruhig und beinahe andächtig wurde es im Saal jedoch, als der SWR dem Konstanzer Bühnenstar Karle Maurer, der vor drei Monaten verstarb, gedachte. Einige Fasnachter haben den „Mann mit der Tuba“ so ins Herz geschlossen, dass sie bei der Remineszenz eine Träne unterdrücken mussten.
Die Promi-Jury mit Schauspielerin Ursula Cantieni, dem Musiker, Entertainer und SWR-Moderator Hansi Vogt und dem Sternekoch Harald Wohlfahrt gab sich nicht nur vor der Kamera gut gelaunt. Auch wenn sich alle Augen auf eine der beiden Nebenbühnen richteten, wo sich die Bands ein Stelldichein gaben, machten die Promis vergnügt mit. Jene Zuschauer, die sich keine der fünf Ohrwurmveranstaltungen hatten entgehen lassen, waren sich einig: Es war die beste und qualitativ hochwertigste Auflage. Die Wahl des Siegers war ihnen schwergefallen. Die Zuschauer nahmen ihnen diese Bürde ab und wählten per TED das Buurequartett aus Lahr-Reichenbach mit dem Hit „Mir läbe nur eimol“ zum Sieger.

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