Stockach Laufnarr Rösler hofft auf Narrenbaum
Das gefällt Narrenrichter Frank Bosch (rechts): Philipp Rösler beherrscht die närrische Mimik: Bild: Mareen Knauth
Wie seine Pressesprecherin Ann-Christin Wiegemann telefonisch berichtet, sei ihr Chef doch sehr erleichtert gewesen, dass das Narrengericht so gnädig war und weite Teile der Klage hat fallen lassen. „Deshalb hat er sich fest vorgenommen, bis Lätare die verhängte Strafe über 120 Liter Wein an das Narrengericht zu liefern“, sagt Ann-Christin Wiegemann.
Einen entspannten Eindruck vermittelte Philipp Rösler auch am Schluss der Verhandlung. Als er mit dem Laufnarrenschlag in die lange Liste der prominenten Kappenträger aufgenommen wurde, zeigte er noch einmal seinen Alefanz mit zum Teil bewusst falschen Wiederholungen. An Lätare-Sonntag am 18. März fällt auch die Entscheidung, wem der Stockacher Narrenbaum 2012 zufällt. Beim Festbankett im Ochsen habe Rösler vier Lose für den Narrenbaum erstanden. Der Minister wolle den Baum: „Wir hoffen alle, dass eines unserer Lose erfolgreich sein wird“, sagt Ann-Christin Wiegemann. Ob der FDP-Bundesvorsitzende im Falle eines Losgewinns dann wieder selbst nach Stockach kommen könnte, um den Narrenbaum in Empfang zu nehmen, das mochte und konnte die Pressesprecherin aus dem Wirtschaftsministerium in Berlin nicht versprechen.
Liberale Rückendeckung bekam der Beklagte von Birgit Homburger. Die FDP-Landesvorsitzende und Bundestagsabgeordnete aus Hilzingen begleitete Rösler den ganzen Tag durch Stockach. Schließlich sei eine Vorladung vor das Narrengericht etwas ganz besonderes, auch für einen Bundesminister und Vizekanzler. „Da hilft es, nicht nur einen tollen Fürsprech, sondern auch die Unterstützung der Liberalen vor Ort zu haben“, glaubt Homburger. Sie steckte ihrem Bundes-Chef auch die lokalen Zeitungsberichte im Vorfeld zu. Rösler bestätigte den Fleiß seiner Landesvorsitzenden. „Aber nicht nur deshalb war mir das Stockacher Narrengericht schon vorher ein Begriff“, sagte Rösler. Die Verhandlungen im süddeutschen Stockach gegen die prominenten politischen Beklagten würden selbst in Norddeutschland verfolgt.
