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24.08.2011  |  von  |  0 Kommentare

Stockach Landleben: 17-Jährige macht Praktikum auf einem Bauernhof

Stockach -  Stockach-Seelfingen – Bereits um kurz vor sechs Uhr morgens klingelt für die 17-jährige Margarete Schweizer seit neuestem der Wecker. 100 Kühe warten jeden Morgen darauf, von ihr gemolken zu werden.

Margarete Schweizer macht ein zweiwöchiges Praktikum auf dem Hof von Familie Käppeler in Seelfingen. Das zehn Tage alte Kälbchen hat es ihr besonders angetan.  Bild: Bild: hanauer



Landleben: 17-Jährige macht Praktikum auf einem Bauernhof

Die gebürtige Schwarzwälderin macht beim Projekt Landleben auf dem Hof von Familie Käppeler in Seelfingen mit. Landleben wird von der Katholischen Landfrauenbewegung organisiert. Bei dem Projekt sollen Menschen das Leben und Arbeiten auf einem Bauernhof kennenlernen oder Erfahrungen vertiefen.

Für Margarete Schweizer ist die Arbeit in dem landwirtschaftlichen Betrieb an sich nichts Neues, denn sie ist auf dem Hof ihrer Eltern mit Milchkühen groß geworden. „Mir gefällt es gut hier, aber es ist anstrengender als daheim“, sagt Margarete Schweizer. Zuhause muss sie nicht so früh aufstehen und wenn sie die Stallarbeit nicht machen will, dann muss sie das auch nicht.

Doch gerade deshalb ist sie bei Familie Käppeler: Sie möchte einen anderen Betrieb und die dortigen Abläufe kennenlernen. Dazu gehört auch das Erledigen von Arbeiten, auf die sie keine Lust hat oder die ihr nicht gefallen. Wenn sie mit den neuen Bedingungen gut zurecht kommt, will sie auf eine landwirtschaftliche Schule gehen, um eines Tages den elterlichen Hof übernehmen zu können.

Simon Käppeler, Sohn des Hofbesitzers Franz Käppeler, meint: „Es ist wichtig, Erfahrungen zu sammeln, bevor man eine Ausbildung macht“. Der 22-Jährige ist selbst ausgebildeter Landwirt. „Ich denke, dass es ein sehr interessanter Beruf ist und wenn man die Chance hat, einen Hof zu übernehmen, sollte man das machen“, fügt er hinzu.

Nach Seelfingen ist Margarete Schweizer gekommen, weil ihr der Hof von Landleben vorgeschlagen wurde. „Ich habe bei meiner Bewerbung angegeben, dass ich gerne auf einen Hof mit Kühen gehen würde“, erzählt die 17-Jährige. Gerade in Hinblick auf eine spätere Übernahme des elterlichen Hofs war ihr das wichtig. „Ich wollte sehen, ob ich auch mit fremden Tieren umgehen kann“, erklärt sie. Bevor sie sich für den Aufenthalt in Seelfingen entschied, besichtigte sie den Hof mit ihrem Vater. Ihr hat es dort gefallen und daher verbringt sie die zwei Wochen Praktikum nun bei Familie Käppeler.

Zu ihren täglichen Aufgaben gehört das Melken sowie den Melkstand putzen und anfallende Haus- und Hofarbeiten. Simon Käppeler erklärt: „Sie darf überall hineinschauen, was wir machen, um einen breiten Überblick zu bekommen.“

Am Wochenende war die Schwarzwälderin beim Heuballen pressen dabei und durfte Schaufellader und Traktor fahren. Margarete Schweizer zieht die Nase kraus. „Ich fahr nicht so gerne Schlepper“, sagt sie. Aber die übrige Arbeit hat ihr sehr gut gefallen.

Familie Käppeler nimmt oft Teilnehmer von Landleben auf. Hofbesitzer Franz Käppeler sagt: „Ich versuche, unseren Praktikanten beizubringen, dass Landwirtschaft nicht nur ein Beruf, sondern auch eine Lebenseinstellung ist.“ Man müsse mit der Natur leben und sich nach ihr richten. Zugleich erfordere die Arbeit auch viel Disziplin, denn sie müsse getan werden, auch wenn man einmal keine Lust habe.

Familie Käppeler legt viel Wert auf Gemeinsamkeit. Morgens um acht Uhr versammeln sich alle Hofbewohner zum Frühstück in der Küche. „Das ist unser zentraler Treffpunkt“, erklärt Simon Käppeler. Man bespreche die anstehenden Aufgaben. Um zwölf Uhr gibt es Mittagessen. Danach hat Praktikantin Margarete Schweizer bis 14 Uhr Pause. Dann liegt sie meist in einer Hängematte unter zwei Bäumen. „Das ist mein Lieblingsplatz auf dem Hof“, sagt die 17-Jährige und lacht. Dort entspannt sie sich, bevor sie sich wieder an ihre Arbeiten auf dem Bauernhof macht.

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