Mein

Stockach Konzert auf höchstem Niveau

22.11.2011


Stockach – „Himmlisch. Herrlich.

Wunderbar!“, war nach dem Konzert von den hinausströmenden Menschen zu hören. Diese Worte drücken aus, was die beeindruckten Zuhörer empfunden haben, als sie am Sonntagabend in der St. Osswald-Kirche in Stockach ein gewaltiges Konzert erleben durften. Unter der Leitung von Sabine Schönberger spielten das Hegau-Bodensee-Orchester, der Kammerchor Stockach und der Kirchenchor St. Peter und Paul aus Singen die Messe in As-Dur sowie die Sinfonie in h-Moll von Franz Schubert.

Pfarrer Michael Lienhardt sprach schon in der Begrüßung von einem großen Geschenk, auf das man sich freuen dürfte. Bei der Messe Nr. 5 von Franz Schubert habe der Komponist Teile aus dem Glauben weggelassen, mit denen er sich schwer tat. Ein Zeugnis, das zeige, nicht alles verstehen zu müssen; wichtiger sei es, das zu leben, was vom Evangelium verstanden werde.

Franz Schuberts Sinfonie Nr. 7 in h-Moll, auch die „Unvollendete“ genannt, beginnt mit raunenden, leisen Bässen, steigert sich machtvoll, bis die Violinen und Streicher mal fein, zart, melodisch, dann wieder schwer und klagend nicht nur die Saiten der Instrumente zum Schwingen bringen, sondern auch die tiefen, inneren Saiten der Zuhörer. Ein Wechselspiel an Ausdrucksformen, wie es jedes Leben in sich birgt. Leicht, beschwingt, melodisch und dann wieder ins Bedrohliche, Geheimnisvolle, Irritierende stürzend, bis Licht und Sonne spürbar wurden im Ausdruck von harmonischen und fröhlichen Melodien. Ein Meisterwerk von Franz Schubert, meisterhaft gespielt unter der Leitung von Sabine Schönberger.

Wie in einem Zwiegespräch mit dem Chor haben das Solistenquartett Alice Fuder (Sopran), Ute Elena Hamm (Alt), Marcus Elsässer (Tenor) und Yeun-Ku Chu (Bass) den Kyrieruf ausdrucksvoll und emotional vorgetragen. Gewaltig, feierlich folgt der Lobpreis im Gloria. Ein Wechselspiel zwischen den einzelnen musikalischen Besetzungen, dem Chor und den Solisten, bevor beim „Credo“ Schuberts eigene Auseinandersetzung mit dem Glauben deutlich wird. „Et in carnatus est“ – „Und er wurde Fleisch“ bildet für Schubert die zentrale Botschaft und weist auf die Geburt, das Leben, Leiden und den Tod Jesu.

Spannung ist zu spüren beim Sanctus, bis triumphal, heiter und beschwingt das „Hosanna“ ertönt. Im Wechsel mit den Solisten und dem Chor folgt das „Benedictus“ – „Gepriesen sei, der da kommt“, bis das „Agnus Deus“ – „das Lamm Gottes, der die Sünden der Welt trägt“ in die Bitte um seinen Frieden mündet. Das Konzert – eine großartige Leistung aller Musiker, Solisten und Chorsänger, dabei war jedem einzelnen die Freude, die er selbst empfand, ins Gesicht geschrieben. Es war nicht anders möglich, als dass dieser leuchtende Funke übergesprungen ist auf die knapp 500 Zuhörer in der St. Osswald-Kirche.

Stolz darf die Bodenseeregion auf das klassisch ausgerichtete Hegau-Bodensee-Orchester sein mit seiner ausgewogenen Besetzung von Streicher, Querflöten, Fagott, Pauke bis hin zu Trompete und Posaune. Eine glanzvolle Leistung der beiden Chöre und nicht zuletzt der vier Solisten. Dirigentin Sabine Schönberger ist ein wahrer Glückstreffer und in der Lage, Orchester und Chöre überregional zu einem glänzenden Ruf zu führen. Die Professionalität des anspruchsvollen Konzertes spricht für sich, und es war deutlich zu erkennen, dass die Musiker noch längst nicht an ihre Grenzen gestoßen sind.

Beeindruckend bei beiden Chören ist zu erleben, was eine engagierte Dirigentin aus den einzelnen Sängern und Sängerinnen an Können und Klangvolumen heraus zaubert. Sicherlich ist bei einzelnen während des Konzertes der Wunsch geweckt worden, in einem so guten Chor mitzusingen. Wer Freude, Lust und eine gute Stimme hat, kann sich an die Vorsitzende Cornelia Giebler, Telefon 07775/7308, wenden. Der Kammerchor probt jeweils mittwochs (außer in den Schulferien) von 18.30 Uhr bis 20 Uhr.

zu diesem Artikel sind keine Beiträge vorhanden
Schreiben Sie Ihre Meinung
Überschrift
Text


noch 1000 Zeichen


Informiert bleiben:
Bei jedem neuen Kommentar in dieser Diskussion erhalten Sie automatisch eine Benachrichtigung
Unsere Community-Regeln