Neue Köpfe in der Fasnacht: Der Narrensamen hat die besondere Aufmerksamkeit von Ulrike Gabele
Stockach (eph) Ursprünglich waren die Alt-Stockacherinnen ein Zusammenschluss von Bürgersfrauen. Als die Gliederung des Narrengerichts im Jahr 1934 gegründet wurde, trugen die damaligen Gründungsmitglieder ihre Sonntagskleider als Tracht, erzählt Ulrike Gabele, die die Alt-Stockacherinnen in diesem Jahr zum ersten Mal durch die Fasnacht führt. Entsprechend vornehm ist die Kleidung der Alt-Stockacherin. Gabele erklärt: „Die Radhaube wird in Handarbeit hergestellt, am besten von jeder Frau selbst.“ Dazu müsse man Spitze nähen und Ornamente sticken können, doch dafür halte die Haube – genau wie die ganze Tracht – normalerweise auch lebenslang, sagt Gabele.
Auch die Rolle der Alt-Stockacherinnen in der Fasnacht ist eher vornehm: „Im Umzug freundlich zu winken ist unsere Hauptaufgabe“, erklärt Gabele. Doch auch in der Tracht könne man tanzen und singen. Der Spaß, den man gemeinsam hat, und der Ausgleich vom Alltag seien für sie die hauptsächlichen Gründe, sich in der Fasnacht zu engagieren, sagt die 43-jährige Kauffrau, die seit neun Jahren beim Stockacher Obsthof Hertle arbeitet. Es war auch zuvor schon lange ihr Wunsch, mit Lebensmitteln und direkt am Kunden zu arbeiten. Diese Kontaktfreude sei, gerade für die Tradition des Schnurrens, eine günstige Voraussetzung.
In die Tradition der Fasnacht wurde Ulrike Gabele praktisch hineingeboren: „Meine Mutter und meine Schwester sind auch bei den Alt-Stockacherinnen und mein Vater ist bei den Hänsele.“ Bei ihren eigenen Kindern – ihr Sohn ist 17 und ihre Tochter 12 Jahre alt – setzt sich diese Familientradition fort. Seit ihrem siebten Lebensjahr ist Ulrike Gabele bei den Alt-Stockacherinnen und bezeichnet die Pflege des Narrensamens als eines ihrer Ziele. Derzeit seien 32 Jugendliche unter 18 Jahren Mitglied in der Jugendsektion der Alt-Stockacherinnen, insgesamt habe die Gliederung 72 aktive und etwa 40 passive Mitglieder. „Den passiven Stand haben wir eingeführt, um Frauen an die Gliederung zu binden, die etwa für die Ausbildung von Stockach wegziehen und nicht das ganze Jahr an unseren Aktivitäten teilnehmen können“, erklärt Ulrike Gabele. Gerade der Kontakt in der Zeit außerhalb der Fasnacht sei ihr aber besonders wichtig, erklärt Gabele.