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Stockach

Großes Spektakel: Künast vor Gericht

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Das Hohe Grobgünstige Narrengericht zu Stocken setzt am Schmotzige Dunschtig 2010 neue Maßstäbe. Das Straßenspektakel wird zum größten Teil in die Hauptstraße verlegt. Vor dem Narrengericht muss sich Renate Künast verantworten.

Stockach – Es hat seinen Grund, warum das Narrengericht die Organisation der Straßenfasnacht Michael Nadig übertragen hat. Nichts überlässt der Gerichtsnarr für die Straßenfasnacht dem Zufall, auf eine kurze Frage gibt es eine ausführliche Antwort. Und wenn das Narrengericht sich dafür entscheidet, das Straßenspektakel als Schwerpunkt in die Hauptstraße zu verlegen, dann richtig: Gegenüber des Bürgerhauses Adler Post und mit bester Sicht auf das Narrenbaumloch, in das der Narrenbaum gesetzt wird, kommt eine drei mal acht Meter große Bühne für Vorführungen hin. Daneben gibt es eine Besenwirtschaft und vor dem Alten Forstamt wird das Ritterlager mit einer Rittertaverne aufgeschlagen. Im Bürgerhaus öffnet ab 13.30 Uhr der „Restaurationsbetrieb“. Auf dem Gustav-Hammer-Platz kann auch an Fasnacht nicht geparkt werden – ein Festzelt soll dort den Narren Nestwärme spenden (siehe Grafik).

Die Verlegung der Straßenaktivitäten vom Gustav-Hammer-Platz in die Hauptstraße am Schmotzige Dunschtig hat für Michael Nadig mehrere Vorteile: „Wir haben damit nur einen Standort für die Straßenfasnacht und es ist ein weiterer Schritt zur Belebung der Innenstadt.“ Die Verlegung der Hauptbühne bringt auch einen logistischen Vorteil mit sich: „Beim Narrenbaumsetzen wird dort die Hans-Kuony-Kapelle einen guten und zentralen Platz finden.“ Auf der Bühne spielen sich weiter ab: Spektakeleröffnung (10 Uhr), die Kriegsratsszene 1315 (10.30 Uhr), die Vorstellung der Beklagten Renate Künast „vor dem Volke“ und die Übernahme der Niederen Gerichtsbarkeit, danach wechselnde Auftritte mit den Gauklern und der Band Metusa aus dem Ritterlager.  

Das Narrengericht zeigt sich wenig beeindruckt von der Finanzkrise und beschleunigt „in nicht unwesentlicher Weise“ auch ohne Wirtschaftsbeschleunigungsgesetz und ohne Schulden zu machen die Wirtschaft in der Oberstadt. Michael Nadig hält selbstbewusst fest: „Seit Jahrzehnten haben wir wieder auf zwei Hektar in der Oberstadt neun Wirtschaften, davon vier Besenwirtschaften, die von Vereinen oder freien Unternehmern bewirtschaftet werden!“ Dazu kommt in der Zoznegger Straße die Freiwillige Feuerwehr, die ihre Besenwirtschaft „Zum Feuerteufel“ ab 13 Uhr öffnet.

Wer so viel Wert auf Verpflegung legt, achtet auf Musik. Nadig räumt zwar ein, dass es in den Besenwirtschaften teilweise Stimmungsmusik mit Fasnachts-Schlagern aus der Dose geben wird, doch das Narrengericht hat vier Musikgruppen auf der Straße im Programm: die Hans-Kuony-Kapelle, die Yetis, die Schawestos und die Mittelaltermusikgruppe Metusa.

Jetzt gilt es am Schmotzige Dunschtig in Stockach nur noch die Verordnungen des Narrengerichts zu beachten: „Wie alle Verordnungen eines Hohen Grobgünstigen Narrengerichts zu Stocken hat natürlich auch die Verordnung Nr. 1/658 – umgangssprachlich Hutverordnung genannt – weiter bestand und gilt auch in diesem Jahr.“ Nadig kündigt noch mehr Vorschriften an: „Des weiteren wird das Narrengericht zwei weitere Verordnungen erlassen, um die närrische Ordnung grobgünstig sicherzustellen und dem Stockacher Narrenvolke Spaß und Freude in der Straßenfasnacht zu bereiten. Näheres bleibt eine Überraschung bis am Schmotzige 13.30 Uhr.“



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Autor: georg becker
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