Stockach Frostige Zeiten: Krämermarkt Stockach kämpft um Kunden

Die Kälte sorgt beim traditionellen Krämermarkt für spontane Absagen einiger Händler. Zudem sind weniger Kunden am sonst beliebten Markttag im April in der Oberstadt unterwegs. Die Stadt will nun ein neues Konzept für den Krämermarkt entwickeln

Knapp 30 Händler haben sich beim Krämermarkt entlang der Haupt- und Pfarrstraße aufgereiht, um ihr Angebot zu präsentieren. Mit Haushaltswaren, Kleidung oder Gewürzen versuchten sie, Kunden in die Oberstadt zu locken. Dabei mussten sie allerdings gegen kalte Temperaturen ankämpfen. "Es war eher ein schwacher Markttag und spontan sind einige Händler nicht gekommen", berichtete Ordnungsamtsleiter Peter Fritschi. Die angereisten Händler setzten dagegen besonders auf ihre Stammkunden. "Viele Leute kommen seit Jahren oder sogar Generation zu mir" sagte Ulrich Kleinknecht, der Haushaltswaren anbietet.

Seit über 40 Jahren finde sich sein Stand schon auf dem Stockacher Markt, berichtet der 53-Jährige aus Riedlingen, der das Geschäft seines Vaters übernahm. Er versuche, die Marktgänger mit Qualität zu überzeugen. "Ich mache beispielsweise alle meine Hosenträger selbst. Wenn etwas kaputt geht, bringen es mir die Leute zur Reparatur", berichtete der Händler. Trotzdem spüre auch er, dass die Nachfrage sinkt. "Ich biete beispielsweise viele Nähmaterialien an, die in jüngeren Generationen kaum gefragt sind", sagt Kleinknecht.

Die junge Mutter Dimah Gudeh wird mit ihrem kleinen Sohn trotzdem am Stand fündig. "Ich habe eine Pfeffermühle gekauft. Ich gehe zum Markt, weil mich das Preis-Leistungs-Verhältnis überzeugt", berichtet sie. Klaus und Susanne Sander zeigten sich an ihrem Stand vom Markttag enttäuscht. "Heute sind sehr wenige Leute hier, da haben wir schon bessere Tage erlebt", sagte Susanne Sander, die mit ihrem Mann ehrenamtlich Wolle und Strickware für den Hospizverein Singen verkauft. Normalerweise laufe das Geschäft auf den Aprilmärkten besser, so Sander.

Diesen Eindruck hatte auch Ordnungsamtsleiter Fritschi. "Der erste Markttermin wurde eigentlich immer gut angenommen. Wir spüren, dass der Markt ein rückläufiges Modell ist", sagte Fritschi. Die Stadt versuche allerdings, das Thema zu bearbeiten und neue Ideen für weitere Krämermärkte künftig umzusetzen.

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