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Stockach Eine Frau macht Rummel

16.06.2010


Seit 30 Jahren verkauft Waltraud Jäger-Hutzelmann gebrannte Mandeln auf dem Schweizer Feiertag und sorgt mit ihrem Fahrbetrieb für viele Adrenalinschübe

Stockach – Flauschig und weich fühlen sich die dicken Teppiche unter den Füßen an. Gemütlich hat es Waltraud Jäger-Hutzelmann in ihrem zweiten Wohnzimmer auf dem Dillplatz. Am vergangenen Freitag hat die 61-Jährige ihren Wohnwagen auf dem Dillplatz bezogen, wo ab Freitag, 18. Juni, der Rummel des Schweizer Feiertags tobt. Seit 30 Jahren verkauft sie auf dem Schweizer Feiertag gebrannte Mandeln, seit 30 Jahren holen sich die Besucher des Schweizer Feiertags in ihren Fahrgeschäften kleine und große Adrenalinschübe: „Vor 30 Jahren haben wir das erste Riesenrad auf den Dillplatz gebracht“, erinnert sich Waltraud Jäger-Hutzelmann.

Seit sieben Jahren organisiert die Stuttgarterin ihren Betrieb gemeinsam mit ihrem Sohn: „Mein Mann ist ganz plötzlich an Krebs gestorben und dann standen wir alleine da.“ Das Abitur habe ihr Sohn noch gemacht, ein Studium hat er für den elterlichen Betrieb sausen lassen.

Viele Stockacher kennen die Frau mit den langen blonden Haaren, die seit vielen Jahren Gast in der Stadt ist: „Ah, da kommt wieder Frau Jäger-Hutzelmann“, schalle es ihr vielfach auf der Straße entgegen. Es braucht Zeit, bis alles an Ort und Stelle ist, seinen Platz auf dem Dillplatz gefunden hat. „Deshalb bin ich auch schon seit Freitag hier.“ Dann, wenn der Trubel beginnt, kann sie sich am Abend in ihren gemütlichen Wohnwagen zurückziehen, den Fernseher anschalten und eine Tüte mit gebrannten Mandeln naschen. Die mag sie immer noch, auch wenn sie sie fast täglich verkauft: „Mandeln kann ich immer essen“, sagt sie mit einem spitzbübischen Lächeln im Gesicht.

Für die Mandeln ist sie bekannt und für ihre Fahrgeschäfte. Jedes Jahr bringt sie eine neue Überraschung mit. „In diesem Jahr ist es ein Turm, der freien Fall garantiert.“ Sie selbst testet ihre Fahrgeschäfte nicht mehr so gern: „Je älter ich werde, desto schlechter wird mir bei den Testfahrten“, gibt sie schmunzelnd zu.

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