Das Innenministerium hat den Entwurf des Regierungspräsidiums für die Ortsumfahrung in Espasingen mit verschiedenen Auflagen genehmigt. Die Gesamtkosten des Projekts liegen nun bei 9,7 Millionen Euro. Die Espasinger Bürger reagieren zurückhaltend auf die neue Entwicklung.
Espasingen - "Ach, das wird doch sowieso noch Jahre dauern", ist der einhellige Tenor im Ort. Und dennoch befeuert die Nachricht von der Genehmigung des Entwurfs erneut die Diskussionen in der Bäckerei Breiler, die direkt an der Durchgangsstraße liegt. "Ich freue mich natürlich für die Anlieger, denn der Durchgangsverkehr ist schon schlimm", sagt eine Kundin. Für die Bäckerei und die Gasthöfe direkt an der Straße sei es wirtschaftlich aber schlecht, wenn eine Umfahrung kommt. Die Nachricht vom nächsten kleinen Schritt hin zur Entlastung des Ortes stößt bei Ortsvorsteher Bernd Schnoor jedoch auf Freude. "Wir bewegen uns in kleinen Schritten immer weiter, alle relevanten Schnittstellen wie Regierungspräsidium und Innenministerium sind inzwischen sensibilisiert", sagt er auf Nachfragen des SÜDKURIER.
Auch Arnika Pfeiffer ist erfreut zu hören, dass es nun weitergeht mit der Planung. Sie ist vor acht Monaten nach Espasingen gezogen und hat fest eingeplant, dass es in Sachen Ortsumgehung voran geht. Doch nicht nur Espasingen werde von einer Umgehung profitieren, auch Ludwigshafen und Sipplingen, betont Bernd Schnoor. Als "Anlass zur Freude" bezeichnet auch Bürgermeister Rainer Stolz die neuen Entwicklungen: "Das ist ein weiterer wichtiger Schritt auf dem Weg zur Umfahrung und mit jedem positiven Schritt wird die Vision immer realistischer."
Das Innenministerium hat den Entwurf für die Umfahrung mit verschiedenen Auflagen genehmigt. Die Gesamtkosten des Projekts liegen nun bei 9,7 Millionen Euro. Die nächsten Schritte sind die Aufstellung der Eisenbahnkreuzungsvereinbarung mit der Deutschen Bahn und dem Eisenbahnbundesamt. Dies wird derzeit im Regierungspräsidium erarbeitet. Regierungspräsident Würtenberger will sich laut einer Pressemitteilung "mit Nachdruck für eine zeitnahe Lösung der Maßnahme einsetzen." Als einen "großen Schritt in dieser für Espasingen und die umliegenden Orte wichtigen Straßenbaumaßnahme" bezeichnet auch die Landtagsabgeordnete Veronika Netzhammer die Entscheidung des Innenministeriums.