Mein
 

Stockach Berufsschulzentrum Stockach feiert 25 Jahre Karrieretag

Der Mann hat einen Auftrag und den führt er aus bis zum Schluss. Karl Beirer, Schulleiter im Berufsschulzentrum Stockach, lässt sein letztes Schuljahr vor der Pensionierung im Sommer mit 63 Jahren nicht austrudeln. Er macht, was er immer macht, er stellt seine Schule ins Rampenlicht.

Da kommt es wie gerufen, dass der Karrieretag sein 25. Jubiläum feiert. Flugs wird zum eigentlichen Karrieretag am Freitag, 19. Februar, noch drei Tage vorher eine Feier organisiert. Oder besser: Karl Beirer lässt im Team organisieren. Der Schulleiter des Stockacher Berufschulzentrums legt auf folgende Wertschöpfungskette ganz besonderen Wert: „Die Schüler sollen möglichst viel selber organisieren und sich mit den Themen auseinandersetzen, dann werden sie in ihrer Orientierungsphase gestärkt.“

Schüler und Lehrer müssen sich beweisen

Das hört sich reichlich theoretisch an, doch wer mit dem BSZ Stockach im Rahmen des Karrieretags zu tun hat, weiß: Der Schulleiter schickt wirklich seine Schüler und Lehrer vor, sie müssen organisieren, sie müssen sich beweisen. Auch Schulfremde werden in die pädagogische Aufbauarbeit mit einbezogen, „die Schüler brauchen den Kontakt mit der Arbeitswelt“. Klappt es nicht, zuckt Karl Beirer mit den Achseln: „Das gehört zum Lernprozess dazu.“

Klar, dass auch die Feier 25 Jahre Karrieretag am Dienstag, 16. Februar, laut Programm ein Lernprozess ist. Die Tagesordnung fängt folgerichtig mit der Präsentation von Schülern aus der Juniorfirma mit dieser Umfrage an: „Was heißt für Sie Erfolg und wie lautet Ihr Erfolgsrezept?“ Karl Beirers Methode für Erfolg lautet: „Ein Konzept entwickeln und schauen, wie das Umfeld reagiert.“ Zum Konzept für diesen Jubiläumsabend zählt der Auftritt des Oberschwaben Johannes Warth, der als Mutmacher angekündigt wird. Sein Vortrag heißt: „Sieben Schritte zum Erfolg – wie überlebe ich im 21. Jahrhundert?“ Beirer verspricht: „Warth vermittelt eine gute Botschaft aus Information und Unterhaltung.“

Das sagt der Schulleiter über den Mutmacher Warth. Doch was sind seine sieben Schritte zum Erfolg, wie hat Karl Beirer es geschafft, als er von Sipplingen auszog, um sich vom Fähnrich eines Jägerbataillons zum Schulleiter eines Berufsschulzentrums empor zu arbeiten und im 21. Jahrhundert das Wirtschaftsgymnasium doch noch in Stockach zu etablieren?

Die sieben Schritte des Rektors

Sein erster Schritt sei die Überlegung: „Wo will ich hin, was liegt mir, was kann ich mir vorstellen?“ Der zweite Schritt: „Ich brauche Abschlüsse. Bei mir sollte auch was rüberkommen, deshalb bin ich nach der Realschule aufs WG.“ Der dritte Schritt: „Ausprobieren.“ Beirer hat verschiedene Praktika gemacht – vom Altersheim bis zum Pumpenhersteller Allweiler. Der vierte Schritt: „Wenn schon Wehrdienst, dann richtig.“ Er verpflichtete sich für die kürzest mögliche Zeit. „Lehrer war da schon eine Option.“ Der fünfte Schritt – Orientierung im Studium der Wirtschaftspädagogik mit den Fächern BWL und Physik: „Ich habe mich für die pädagogische Seite entschieden.“ Der sechste Schritt – die Strategie für den Beruf oder: „Schauen, dass ich einen ordentlichen Job mache.“ Der siebte Schritt sind „Zufälle“, sagt Karl Beirer. Oder Chancen, die es zu nutzen gilt: „Wenn schon, denn schon“, ergänzt Beirer.

Bei ihm hat diese Einstellung zum Schulleiter einer Berufsschule geführt. Nach dem Referendariat kam er nach Stockach und hat hier seit 1995 Karriereschritt sechs und sieben ausprobiert. Eine Traumkarriere? „Das kann man so nicht sagen. Wenn ich es auf die Schulentwicklung beziehe, bin ich zufrieden“, antwortet Karl Beirer zurückhaltend. Noch ist sein Auftrag die Schule.

Ausbildungsmesse

Zur Person: Karl Beirer, Jahrgang 1952, verheiratet, zwei Kinder, wohnt in Sipplingen, ist im Juli 1996 zum Schulleiter des Berufsschulzentrums ernannt worden. Nach seiner Initiative ist in Stockach 2012 das Wirtschaftsgymnasium eingeführt worden. Sein Hobby ist Motorradfahren.
Zum Karrieretag: Zu dieser Tagesmesse für Schule, Ausbildung und Studium werden Schüler aus dem ganzen Kreis Konstanz erwartet. Termin des 25. Karrieretags im Berufsschulzentrum Stockach (BSZ) ist Freitag, 19. Februar, von 8 bis 16 Uhr. Erwartet werden 80 Firmen, darunter Aesculap, Eto Magnetic, Aptar, Allweiler Siemens, Constellium, Nestlé, Schiesser und der SÜDKURIER. Auch die Universitäten Konstanz, Furtwangen und Friedrichshafen sind präsent.
Zum Jubiläumsabend: 25 Jahre Karriere- und Berufsorientierungstag wird am Dienstag, 16. Februar, im Bürgerhaus Adler Post ab 19 Uhr gefeiert.

Regionale Produkte von Bodensee, Schwarzwald und Hochrhein auf SÜDKURIER Inspirationen. Gleich Newsletter abonnieren und sparen!
Wahre See-Liebe – Neue SEEStücke auf SÜDKURIER Inspirationen!
Korrekturhinweis
Neu aus diesem Ressort
Stockach
Stockach/Bodman-Ludwigshafen
Stockach
Stockach
Die besten Themen
Kommentare (0)
    Jetzt kommentieren