Bäckermeister Christop Ainser spielte im Tatort "Schmuggler" mit. Die Dreharbeiten fanden vor einem Jahr in Konstanz statt.
Gerade mal eine Handvoll Kunden meinten, ihn im Fernsehen erkannt zu haben, den Bäckermeister Ainser aus Stockach. Als der Vater der Bäckereifachverkäuferin Ramona Patzke am Sonntag vor knapp zwei Wochen den Bodensee-Tatort anschaute, sagte er zu seiner Tochter: „Da spielt einer mit, der sieht so aus wie dein Chef.“ Und tatsächlich, Christoph Ainser hat mitgespielt im Tatort „Schmuggler“, der am 29. Januar im ersten Programm ausgestrahlt wurde. Der 43-Jährige spielte einen Zollbeamten in Uniform.
„Ich hatte keinen Satz zu sagen, aber wir sollten die Lippen bewegen“, erinnert sich Ainser an die Dreharbeiten vor genau einem Jahr in Konstanz. Das war an einem Sonntag, deshalb konnte er als Bäckermeister auch mitmachen. Schon einmal hatte ihm sein Beruf als Bäcker einen Strich durch die Rechnung gemacht. Christoph Ainser hatte sich auf eine Anzeige in der Zeitung als Komparse bei einer Agentur beworden und wurde schließlich genommen. In Bodman probierte er Kleidung aus der Zeit um 1900 an, um in dem Film „A dangerous method“ mit Keira Knightley mitzuspielen. Eines Abends kam ein Anruf, dass er am darauffolgenden Tag zu Dreharbeiten kommen sollte. Das war unter der Woche. „So flexibel können nur Lebenskünstler, Studenten oder Arbeitslose sein“, vermutet der Bäckermeister. Den Film mit Keira Knightley musste er absagen.
Doch es kam ein zweiter Anruf. „Da saßen wir gerade in einem Lokal in Heiligenberg beim Essen“, weiß Christoph Ainser noch ganz genau. Es war ein Samstagabend. Diesmal stand einem Komparseneinsatz am darauffolgenden Sonntag nichts im Weg.
Der Bodensee-Tatort „Schmuggler“ wurde in Baden-Baden, Konstanz und Kreuzlingen gedreht. Christoph Ainser sollte morgens um 8 Uhr im alten Zollgebäude in Konstanz sein. Er und fünf weitere Komparsen wurden in Zöllneruniformen gesteckt mit der Aufgabe, zu kontrollieren. „Das war so witzig“, erzählt Ainser, „weil die heranfahrenden Autofahrer davon ausgingen, dass wir echte Zöllner sind.“ Es sei sogar eine Frau auf ihn zugekommen und habe ihn gefragt, wo sie ihr Auto verzollen könnte. In der Aktionsszene lautete die Anweisung dann, die Fahrzeuge besonders schnell durchzuwinken.
Die Dreharbeiten dauerten bis in den Nachmittag hinein. Beim Mittagsessen saß das gesamte Team auf Bierbänken im Zollgebäude. Mittendrin waren auch die beiden Tatort-Kommissare Klara Blum (Eva Mattes) und Kai Perlmann (Sebastian Bezzel). „Alles in allem war es ein tolles Erlebnis“, sagt der Bäckermeister. Er würde wieder als Komparse in einem Film mitwirken.
Um welche Geschichte es in dem 20. Fall der Konstanzer Kommissare geht, wusste Christoph Ainser damals nicht. Dieses Rätsel löste sich erst, als er am 29. Januar den Bodensee-Tatort in Nenzingen gemeinsam mit Freunden im Fernsehen ansah. Daniela Ainser weiß noch, dass sie die ganze Zeit „angestrengt hingeschaut“ habe, damit sie den Auftritt ihres Mannes auch ja nicht verpasst. Christoph Ainser war im Nachhinein völlig überrascht: „Was ich zum Zeitpunkt der Dreharbeiten nicht wusste, dass ich mich eine ganze Zeit lang mit der Mörderin in der Kantine aufgehalten habe.“