Steißlingen Steißlingen schwimmt im Ökostrom
Sauberer Strom: Die Gemeindewerke Steißlingen können künftig 100 Prozent Ökostrom aus Wasserkraft bereitstellen. Die Verbraucher müssen nicht mehr bezahlen.
Die Mehrkosten von 10 000 Euro pro Jahr sollen keine Auswirkungen auf die derzeitigen Stromtarife haben. Die Gemeindewerke Steißlingen sind damit der erste Anbieter im Landkreis Konstanz, der sowohl Tarifkunden als auch alle Industriekunden mit Strom aus reiner Wasserkraft versorgt.
Schon bisher war die Zusammensetzung des Stroms, den die Steißlinger Gemeindewerke anbieten, mit 68 Prozent Wasserkraft sehr naturnah. Jetzt werden in Steißlingen auch der Atomstromanteil, bisher 11,7 Prozent, und die fossilen Energieträger von 20,4 Prozent auf Null zurückgefahren und durch Wasserkraft ersetzt.
Schon 2008 hatten sich die Gemeindewerke für Naturstrom entschieden. Seither stammen über zwei Drittel des Stroms aus einem Wasserkraftwerk bei Ludwigsburg. Mehr war bisher aus wirtschaftlichen Gründen nicht machbar. „Auch Naturstrom muss sich rechnen, das heißt für die Kunden bezahlbar sein, sonst wird er nicht verlangt“, erklärt Blüthgen.
Jetzt hat Steißlingens Stromlieferant EGT ein interessantes Angebot unterbreitet. Aber die Gemeinde musste schnell entscheiden. Eine Sondersitzung des Werkausschusses hat die Unterlagen geprüft und für gut befunden.
„Uns war schon vor der Ausschusssitzung klar, dass wir das Angebot annehmen sollten, zumal mit der Umstellung keine Preiserhöhung für den Bürger verbunden ist“, so Fraktionssprecher Klaus Hettesheimer von den Freien Wählern. Wichtig sei, nicht immer nur vom Ausstieg aus der Atomkraft zu reden, sondern zu handeln. Hugo Maier, Fraktionssprecher CDU, sieht die anfänglichen Vorbehalte seiner Fraktion zur Herkunft des Stroms inzwischen durch TÜV-zertifizierte Unterlagen geklärt. Das Kraftwerk am Rhein stimmt, der Preis auch. Vor ein paar Jahren noch haben 100 Prozent erneuerbare Energien viermal so viel gekostet. SPD-Sprecher Jürgen Garschke zeigt sich hoch zufrieden. Die Fraktion hatte erst kürzlich in einem Energiegespräch beschlossen, einen Öko-Tarif aufs Tapet zu bringen. Da erfuhren sie vom Kämmerer von diesem interessanten Angebot.
