Veronika Netzhammer ist und bleibt eine Politikerin, die polarisiert und offen ihre Meinung sagt. Ist sie von einer Sache überzeugt, geht die Christdemokratin unbeirrt ihren Weg weiter. Das ist grundsätzlich eine bemerkenswerte Eigenschaft. Die Tatsache, dass die Palliativstation nach Konstanz gewandert ist, stößt ihr unangenehm auf – und ist für sie der erste Beleg ihrer Theorie, dass im Falle der anvisierten Kreislösung in Sachen Klinikfusion Singen eben nicht gleichberechtigter Partner von Konstanz ist. Die Befürworter der Fusion verlangen Vertrauen in den Kreis. Veronika Netzhammer und Dieter Rühland, ein weiterer Meinungsführer, setzen in der jetzigen Phase Vertrauen mit Blauäugigkeit gleich. Nach dem finanziellen Desaster der Ausweitung des Klinik-Verbundes in Richtung Hochrhein, das beinahe in der Pleite endete, möchten sie Alternativen angehen und prüfen. Dafür kämpfen sie und dafür setzen sie sich vehement ein. Allerdings wäre es an der Zeit, offensiv eigene konstruktive Vorschläge auszuarbeiten und zu präsentieren. Die aktuelle Diskussion ist festgefahren. Das nächste Kapitel findet heute im Gemeinderat statt.
