Singen Eine Veranstalterin verrät, was das Erfolgsgeheimnis hinter dem unerwarteten Trend ist
Frau Wehinger, nach vielen Jahren purer Comedy erlebt das klassische Kabarett eine Renaissance. Nicht nur im Fernsehen, sondern auch auf den Bühnen im Hegau. Was ist der Unterschied zur reinen Comedy?
Der Unterschied zwischen Kabarett und Comedy ist ein politischer. Während reine Comedy nur Alltagssituationen überzogen darstellt, sind im Kabarett sowohl lokalpolitische, sozialkritische und weltpolitische Elemente karikiert. Ferner ist das Spektrum beliebig erweiterbar um musikalische Elemente, gereimte Texte und lebt viel mehr von den Akteuren auf der Bühne und so gut wie nicht von Kulisse und Szenenbild.
Wie kamen Sie auf die Idee, regionalen Kabarettgruppen auch abseits der Fasnacht ein großes Podium zu bieten?
Warum in die Ferne schweifen, wenn das Gute doch so nah ist. Ich wollte regionalen Akteuren eine Plattform bieten, da es oft für viele Gruppen an Wissen, Marketing und Mut fehlt, eine Bühne zu „erobern“.
Was zeichnet den Erfolg aus?
Das Programm ist durch die regionalen Elemente für die Zuschauer auch in vielerlei Hinsicht eine ganz persönliche Ansprache und gestaltet somit auch ein „Wir-Gefühl“ zwischen Bühne und Publikum.
Kann man ein wachsendes Interesse beim Publikum an diesen Veranstaltungen beobachten?
Ja, das kann man.
Immer wieder melden Sie ausverkauftes Haus. Woran liegt das?
Weil in den letzten Jahren die Politik und Gesellschaft weltweit einfach eine Unmenge an Vorlagen liefert, die man erträgt, indem man sie karikiert. Oder man verzweifelt daran.
Und woran erkennen Sie gutes Kabarett für Ihre Bühne?
An Eloquenz, Wortwitz, Intelligenz, Spontanität und Natürlichkeit.
Künftig wollen Sie sogar den großen Saal der neuen Talwiesenhallen für Kabarettveranstaltungen nutzen. Dabei kombinieren Sie Kabarett gern mit gutem Essen. Warum?
Wer genießt nicht gerne gutes Essen bei guter Unterhaltung unter Gleichgesinnten. Und anstelle des Verdauungsschnapses können die Besucher dann einfach herzhaft lachen.
