Mein

Singen Wöhler trifft Humboldt

02.03.2009
Artikel drucken


Objekte aus Holzstäben zusammengeklebt hängen frei im Raum, eine Wand füllen zahlreiche Variationen eines Portraits von Marilyn Monroe: Was Schüler der 5. bis 9. Klasse an Kunst produzieren können, zeigt die Ausstellung „Wöhler trifft Humboldt in den Postarkaden.“ 180 Kunstwerke von ebenso vielen Schülern sind zu sehen, die im Kunstunterricht am Friedrich-Wöhler-Gymnasium (FWG) in Singen und am Humboldt-Gymnasium Konstanz entstanden sind. Initiiert wurde die Ausstellung von Künstler Antonio Zecca, der an beiden Schulen Lehrbeauftragter für das Fach Kunst ist.

Utopische Fahrzeuge

Sein Ansatz war, Materialien zu verwenden, die den Schülern bekannt sind und diese spielerisch einzusetzen. So war ein Thema für die Fünftklässler, ein Objekt aus Legosteinen zu konstruieren, das sich auch bewegen sollte. Entstanden sind alternative und auch utopische Fahrzeuge, teilweise durch Batterie angetrieben oder sehr einfallsreich durch einen Luftballon: Ein Schiff wird von der ausströmenden Luft eines aufgeblasenen Ballons über das Wasser geschoben.

Zum Thema „Bühnenbild“ gestalteten Siebtklässler des FWG aufwändig und detailgetreu ganze Szenarien in Schuhkartons. Aus einfachen Materialien wie Holzstäbchen, Bindfaden oder Klebeband entstanden konkrete aber auch surrealistische Objekte und Skulpturen. Achtklässler schnitten aus ihren abfotografierten Zeichnungen kurze Trickfilme oder Videos zusammen.

Zeccas Idee, in seinem Atelier „Der Einzelhändler“ gemeinsam mit professionellen Künstlern eine Ausstellung zu machen, kam bei den Schülern an. Zur Vernissage am Samstag fand aber nur je ein Schüler der beiden Gymnasien den Weg in die Postarkaden. Einen Grund dafür sieht Zecca in der Bedeutung des Faches. Er meint: „Kunst ist für Schüler im Stellenwert den anderen Fächern unterlegen.“ Sein Anliegen ist es, Schülern Mut zu machen, Ausstellungen selbst zu organisieren und an die Öffentlichkeit zu gehen. Der Kunstlehrer war erstaunt, wie viele gute Arbeiten entstanden sind. Und auch von solchen Schülern, die sich anfangs nicht auf die gestellte Aufgabe einlassen wollten, dann aber das Thema mit Hingabe umgesetzt haben.

„Man muss Schüler motivieren, Kunst zu produzieren“, sagt Zecca. Viele würden erst entdecken was sie können, wenn sie damit anfangen.

Die Ausstellung „Wöhler trifft Humboldt in den Postarkaden“ ist bis zum 20. März zu sehen. Öffnungszeiten täglich 10 - 12 Uhr und 16 - 18 Uhr (außer Mittwochmorgen) und nach telefonischer Vereinbarung.

Singen
zu diesem Artikel sind keine Beiträge vorhanden
Schreiben Sie Ihre Meinung
Überschrift
Text


noch 1000 Zeichen


Informiert bleiben:
Bei jedem neuen Kommentar in dieser Diskussion erhalten Sie automatisch eine Benachrichtigung
Unsere Community-Regeln