Mein

Singen Wiederentdecker alemannischer Kultur

04.01.2012


Stefan Pflaum ist der 21. Träger der Johann-Peter-Hebel-Medaille der Muettersproch-Gsellschaft

„Er ist nicht nur ein toller Fremdenführer, er kann auch Bücher schreiben“, deutete Walter Möll schon an, wer in diesem Jahr die höchste Auszeichnung der Muettersproch-Gsellschaft Hegau erhält. Vielen Mitgliedern als Führer bei Städtereisen bekannt, nahm Stefan Pflaum beim traditionellen Weihnachtshock die Johann-Peter-Hebel-Medaille entgegen. Zum 21. Mal ehren die Muetterspröchler einen Autor, der sich um die alemannische Mundart verdient gemacht hat.

Liedermacher Uli Führe, selbst Träger der Medaille, bezeichnete Stefan Pflaum als einen der bedeutendsten lebenden Autoren. Es war eine Laudatio an seinen Freund und Kollegen, Führe ist einer der bekanntesten Liedermacher in alemannischer Sprache. „Er hat alle Philosophen und Dichter-Wahrheiten gelesen, seine Hirnfächer waren rappelvoll, er brauchte nur zu schreiben.“

In seinem neuestem Buch „Zwischenhimmel – Oberrheinisches Tage- und Nächtebuch“ erkundet Stefan Pflaum die Städte Basel, Straßburg und Freiburg, „Es ging weg wie warme Wecken.“ Uli Führe weiß, dass selten die Druckmaschinen wegen großer Nachfrage für eine weitere Auflage angeworfen werden müssen.

Stefan Pflaum wurde 1943 in München geboren und lebt in Schallstadt im Breisgau. Bis 2008 arbeitete er als Fachleiter am Sprachkolleg für ausländische Studierende in Freiburg, wo er seine Leidenschaft für die Kulturen der Welt entdeckte. Fremdsprachen, „Ausländerdeutsch“ und die alemannische Mundart war sein nebenberufliches Betätigungsfeld.

Neben der Sprache ist Musik seine Leidenschaft, Stefan Pflaum komponiert, spielt Klavier und Akkordeon. Er und Uli Führe haben sich auf die Spuren der Vergangenheit begeben und in Archiven alte alemannische Lieder aus vielen Regionen ausgegraben. Darunter zum Teil Jahrhunderte alte Lieder, die bisher als verschollen galten. „Ein wegweisendes Werk“, sagt Walter Möll. Die Muettersproch-Gsellschaft wird diese Sammlung in einem 260-Seiten Liederbuch mit zeitgemäßem Notenbild herausgeben.

zu diesem Artikel sind keine Beiträge vorhanden
Schreiben Sie Ihre Meinung
Überschrift
Text


noch 1000 Zeichen


Informiert bleiben:
Bei jedem neuen Kommentar in dieser Diskussion erhalten Sie automatisch eine Benachrichtigung
Unsere Community-Regeln