Singen Volles Programm bei der Vhs
Sie gaben einen Überblick über das vielfältige Kursprogramm (von links): Die vhs-Vorsitzende, Nikola Ferling, ihre Stellvertreterin Dorothee Jacobs-Krahnen und Bürgermeister Bernd Häusler. Bild: Vöckt
Die vhs-Vorstände Nikola Ferling und Dorothee Jacobs-Krahnen haben sich bemüht, die Kurse zu jeder Tageszeit und an jedem Standort anzubieten. Besonders beliebte Kleingruppenkurse, wie „Kochen für Männer“, sind bereits ausgebucht.
Bernd Häusler ist überzeugt: „Wir konnten das Angebot in gewohnter Qualität und Quantität realisieren.“ Die Schwerpunktsetzung habe sich als Glücksgriff erwiesen, da die Themen Europa und Integration derzeit in aller Munde seien. „Integration ist ein ganz wichtiger Punkt, auch für die Stadt Singen“, sagt Häusler. Relativ häufig können etwa Abschlussprüfungen in Integrationskursen abgelegt werden, die Voraussetzung für den Einbürgerungstest sind, erklärt Nikola Ferling.
Als „lobenswert“ bezeichnet Häusler die Kooperation mit den Tafelläden. Jacobs-Krahnen erläutert: „In Kursen, in denen die Mindestteilnehmerzahl erreicht ist und Plätze frei sind, werden sie Leuten aus der Tafel angeboten. Die Bedürftigen sind so nicht mehr bildungsfern, sondern werden integriert.“
Das Kursprogramm wurde bereits an alle Haushalte verteilt. Neu ist die Kennzeichnung der Kursthemen durch Farben. Kurse für die Familie, für Kinder und für Senioren bilden nun eigene Sparten. Sie sind unter Familien vhs, junge vhs und „aktiv im 3. Lebensabschnitt“ zu finden. Der Übersichtlichkeit dient auch die Bündelung der Kurse unter den Außenstellen ab Seite 168, bei der Interessierte gezielt nach einem wohnortnahen Angebot suchen können. Um dem Bildungsauftrag für jedermann gerecht zu werden, sind auf Seite 4 und 5 alle Fördermöglichkeiten zusammengestellt.
Ein Wermutstropfen sind laut Häusler die Gebührenerhöhungen. „Sie sind aber sozial und nicht im Gießkannenprinzip vonstatten gegangen“, so der Bürgermeister. Die Basiskurse zur Grundbildung, wie Alphabetisierung, kosten nahezu gleich viel wie im vergangenen Jahr. Dafür habe die vhs die Preise bei Angeboten, auf deren Wirtschaftlichkeit sie angewiesen ist, wie Business-Kurse, erhöhen müssen.
Dorothee Jacobs-Krahnen gibt einen Überblick über die Vorträge. Die vhs konnte hochkarätige Redner gewinnen wie Landesminister Peter Friedrich, der über „Herausforderungen eines starken Europas“ spricht, und den Schweizer National- und Europarat Andreas Gross, der Europa und die Demokratie beleuchtet. Neben Fachvorträgen befassen sich Reiseberichte, Sprach- und Kochkurse mit den Schwerpunktthemen Europa und Integration.
Neuerungen gibt es aber auch inhaltlich. Bei den Sprachkursen sind zum Beispiel ein einwöchiger Intensivkurs und das Format „Walk & Talk“ hinzugekommen, bei dem die Sprache beim Spazierengehen geübt wird. Die Geschichtsakademie wird durch „Französische Weltliteratur“ ergänzt. Für Demenzkranke und ihre Angehörigen gibt es einen Walkingkurs, um die Therapie zu unterstützen. Besondere Angebote sind der Literarische Gesprächskreis und das Philosophische Café. Aber auch im Business-Bereich gibt es Neues: Um Vergleichbarkeit zu schaffen, enden Expertenkurse nun mit einer Prüfung nach festgelegten Standards. Firmenkurse können auf Anfrage organisiert werden. Auch die Soft Skills, wie Laufbahnberatung, Persönlichkeitsbildung und Kommunikationstechniken fanden Eingang ins Programm.
