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Singen Ungefährlich und absolut schmerzfrei

10.09.2010
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Made in Singen (11): Ein DWL-Ultraschall-Doppler erkennt und verhindert zum Beispiel Schlaganfälle. Hergestellt werden die Geräte zum großen Teil von der Singener Firma Compumedics

Singen – Gleich nach dem Aufstehen fühlt sich Katrin gar nicht wohl – ihr ist schwindelig, es flimmert ihr vor Augen, dabei hat sie lange geschlafen und am Wetter kann es auch nicht liegen. Seltsam, zumal es nicht das erste Mal ist. Also nichts wie zum Hausarzt. Vielleicht nur eine Kreislauf-Schwäche? Der Arzt winkt ab und schickt Katrin direkt zum Neurologen, wo sie mit einem DWL-Ultraschall-Doppler untersucht wird. „Völlig ungefährlich und absolut schmerzfrei“, versichert der Doktor.

Mit einer Art Sonde fährt er über ihre Schläfe, bis er einen bestimmten Punkt gefunden zu haben scheint. „Er sucht das Knochen-Fenster“, sagt Christoph Witte, Geschäftsführer der Compumedics Germany GmbH in Singen, die für die Entwicklung und Produktion des Gerätes zuständig ist, mit dem Katrin gerade untersucht wird. „Das sogenannte Knochenfenster ist eine Stelle, wo der Schädel-Knochen sehr dünn ist und wir mit unserem Ultraschall-Doppler ideal die Blutfluss-Geschwindigkeit messen können“, erläutert Witte die Vorgehensweise. Katrins Arzt verfügt mit dem Gerät aus Singen über eine Technik, die Änderungen und Störungen im zerebralen Kreislauf erfassen kann. Ein wichtiges Hilfsmittel bei der Schlaganfall-Diagnostik und -Prävention. „Wir arbeiten weltweit eng mit Professoren und Ärzten aus der Neurologie zusammen“, erklärt Jürgen Zolondz, zuständig für die Projekt-Entwicklungen, aus der die Impulse für permanente Innovationen kommen. Ein Umstand, der dem 1991 als „DWL Elektronische Systeme GmbH“ gegründeten Unternehmen, das seit 2004 von der australischen Medizin-Technik-Firma Compumedics übernommen wurde, in 2008 den „TOP 100“-Preis bescherte.

„Damit wurden wir als eines der 100 innovativsten mittelständischen Unternehmen in Deutschland geehrt“, erinnert sich Christoph Witte. Die DWL-Ultraschall-Doppler werden in den unterschiedlichsten Bereichen eingesetzt. „Beispielsweise hat ein gut ausgestatteter Anästhesist bei einer Herz-OP idealerweise eines unserer Geräte zur Verfügung“, sagt Jürgen Zolondz. Es zeige nämlich sofort an, wenn feste oder gasförmige Embolien entstehen. „Es können augenblicklich entsprechende Medikamente verabreicht und damit Schlaganfälle während einer Bypass-Operation verhindert werden“, schildert er den Einsatz eines DWL-Ultraschall-Gerätes bei einer durchaus anspruchsvollen Operation.

Rund 40 Prozent aller weltweit existierenden Ultraschall-Doppler sind „Made in Singen“. Die nötigen, qualifizierten Zulieferer sitzen alle im Umkreis von 50 Kilometern, endgefertigt wird aber ausschließlich bei Compumedics. „Das ist schließlich sehr komplex und hoch spezialisiert“, so Witte. Weniger komplex hingegen ist die Diagnose von Katrins Arzt: „Beinahe ein Schlaganfall“ – dem Katrin dank der Technik aus Singen jedoch ein Schnippchen schlagen konnte.

Die Serie „Made in Singen“ im Internet: www.suedkurier.de/madeinsingen

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