Überlingen Überlingen will Charakter zeigen
Planer Christian Seng erläuterte vielen interessierten Überlingern den Inhalt des Dorfentwicklungskonzeptes bei einer Informationsveranstaltung. Bild: Biehler
Überlingen – Im Überlinger Dorfjubiläumsjahr 2006 hat der Ortschaftsrat die Agenda 2016 ins Auge gefasst. „Was soll aus Überlingen werden“, lautete die Frage der Ortschaftsräte. Dass Stadtplanerin Patricia Gräble-Menrad genau die passenden Konzepte im Kopf hatte, freut Ortsvorsteher Wolfgang Bangert noch heute. Schnell war der Ortschaftsrat überzeugt, dass Entwicklungschancen für das alte Dorf in der Nachverdichtung liegen.
Dass sie damit richtig lagen, zeigte das große Interesse der Überlinger zum Infoabend, der zur Diskussion um die vorgeschlagenen Konzepte einladen sollte.
Denn Ziel des Aktivierungskonzeptes ist es, das gewohnte Ortsbild zu erhalten. „Wir haben hier einen Ort mit vielen Chancen und hohem potential gefunden“, lobte Meinel die schon abgeschlossenen Bemühungen der Ortssanierung. Nun gelte es, den Bestand behutsam weiter zu entwickeln, und den dörflichen Charakter des Stadtteils zu pflegen. Statt Neubaugebiete am Ortsrand auszuweisen und die Struktur im Ortskern aufzugeben, soll das Stichwort Nachverdichtung heißen. Dies sei im Interesse der baden-württembergischen Entwicklungsleitlinien um den Flächenverbrauch zu bremsen und werde dementsprechend gefördert. „Es gibt begründete Hoffnung, dass wir mit diesen Plänen Aufnahme in das Landes-Entwicklungsprogramm finden“, betonte Planerin Meinrad-Gräble am Rande der Sitzung.
Denn das Entwicklungsprogramm ländlicher Raum (ELR) setzt auf die frei werdenden Kapazitäten in bislang landwirtschaftlich genutzten Gebäuden. „Wenn die nicht bei Zeiten einer neuen Nutzung zugeführt werden, droht Abriss und mit modernen Neubauten eine schleichende Verstädterung“, warnte Meinel beim Infoabend. Zudem könne in Überlingen ein innerörtliches Baugebiet im „Stöckle“ ausgewiesen werden.
Nun sind die Planer auf der Suche nach Grundbesitzern, die ihre Anwesen mit öffentlicher Unterstützung sanieren und dorftypisch umbauen wollen. Mit bis zu 40 000 Euro unterstützt das Land durch ELR-Mittel die Umnutzung einer Scheune zu Wohnraum. Aber auch Modernisierungen werden bezuschusst. Maximal 30-Prozent der Baukosten steuert die öffentliche hand bei.
In den nächsten Wochen setzt Planer Christian Seng, der solche Projekte schon an verschiedenen Orten umgesetzt hat, auf Einzelberatung. Einen weiteren Infoabend soll es im Juli geben, kündigte Ortsvorsteher Bangert am Mittwochabend an. Und im September ist eine umfassende Bürgeranhörung vorgesehen.
