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03.09.2012  |  von Julia Emser  |  1 Kommentare

Singen Typisierung: Schlange stehen für Ilayda

Singen -  Tausende lassen sich in Singen typisieren. Daten kommen in ein weltweites Netz

Hilfsbereitschaft ohne Ende: Vor der Singener Stadthalle bildete sich eine lange Schlange, jeder wollte sich typisieren lassen.  Bild: Emser

Auch Gaby Hauptmann (Mitte) hat sich typisieren lassen. Hier mit Cengiz Bozkurt, Rita Plumari, Bianca Thorwesten und Karin Krüger (von links).

Der Konstanzer Zahnarzt Christian Stegmayer bei der Blutabnahme.

Der Singener Friseur Önder Tekik frisierte mit Kollegen 24 Stunden lang gegen Spenden. 3500 Euro kamen zusammen.

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Sonntagmorgens halb elf auf dem Singener Rathausplatz: Hunderte Menschen stehen vor der Stadthalle. Schon bis auf die Straße reicht die Schlange. Sie alle wollen sich typisieren lassen. Für die sechsjährige Ilayda aus Singen, aber auch für alle anderen Leukämiepatienten weltweit. Die Bestseller-Autorin Gaby Hauptmann kommt gerade vom Blutabgeben aus der Halle. „Das ist eine wunderbare Aktion“, schwärmt sie und hält sich die Ellenbogenbeuge, aus der ihr einige Milliliter Blut entnommen worden sind. „Heute habe ich ein Stück weit den Glauben an die Menschheit wieder bekommen.“

Wohl auch wegen der 280 freiwilligen Helfer in der Halle, die sehr motiviert und engagiert ihre wichtige Arbeit leisten. Sie nehmen die persönlichen Daten auf, informieren die potentiellen Spender, kontrollieren die Angaben und nehmen Blut ab. „Ich bin jedes Mal wieder beeindruckt“, gibt Maria Kostoglou von der DKMS Deutsche Knochenmarkspenderdatei zu, während sie immer wieder Fragen zur Spendereignung beantwortet.

Ohne die große Spendenbereitschaft in der ganzen Region und sogar darüber hinaus, wäre eine solche Aktion nicht durchführbar. Denn die DKMS ist als gemeinnützige Gesellschaft bei ihrer Arbeit auf Spenden angewiesen. Allein bei der 24-Stunden-Haarschneideaktion vom vergangen Freitag bis Samstag sind 3500 Euro zusammengekommen. Die Hilfsbereitschaft kennt jedoch keine Grenzen, sogar in Basel, Zürich und in der Nähe von Stuttgart hingen die Plakate, die auf die Aktion und die Spendenmöglichkeit aufmerksam machten. Inzwischen beläuft sich der aktuelle Spendenkontostand auf über 121 000 Euro.

Dafür, dass dieser weiter wächst, sorgten gestern vor der Stadthalle zahlreiche Singener Vereine, die Speisen und Getränke gegen Spenden verkauften. „Wir sind froh, dass wir helfen können“, sagt der Vorsitzende des Türkischen Sportvereins und der Muslimischen Gemeinde Topal Muhammet. „Wer weiß, ob man morgen vielleicht selbst krank ist“, er zuckt mit den Schultern und wendet sich wieder dem Zubereiten der türkischen Köfte zu.

Von zehn bis 16 Uhr kamen gestern insgesamt über 5000 Menschen nach Singen, um sich typisieren zu lassen. Alle Helfer, Organisatoren und Spender hoffen nun natürlich darauf, dass sich unter diesen auch der passende Stammzellspender für Ilayda findet.

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