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Stricken für den guten Zweck

17.06.2008
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Gemeinsam stricken und Gutes tun" ist das Motto des weltweiten Stricktages, zu dem sich am Samstag auch bei Wolle Rödel in Singen Strickfans zusammen fanden. Der Aktionstag soll auf dieses entspannende und kreative Hobby aufmerksam machen, gleichzeitig stellen die Teilnehmer ihr Gestricktes der Privatinitiative "Stricken für Frühchen" zur Verfügung.

Der Bedarf an Söckchen und Mützchen ist groß, denn für Frühgeborene gibt es nichts von der Stange. Die kleinen Teile sind auch schnell gestrickt. Brigitta Ott aus Hilzingen ist überzeugt: "Die deutschen Damen sind besser im Stricken als die Herren im Kicken." Sie war zu dem Strick-Happening gekommen, weil sie weiß, dass Stricken in der Runde Spaß macht.

Aus Konstanz kam Petra Kohler-Oertel, auch wenn sie lange Zeit überhaupt nicht gestrickt hat. Ein Mal im Monat strickt sie jetzt in einer Frauenrunde, darunter perfekte Strickerinnen, von denen sie eine Menge lernen könne. Söckchen für Frühgeborene zu stricken, war für sie aber kein Problem. Hilde Eder aus Hilzingen wollte eigentlich nur Wolle kaufen und kam ganz zufällig dazu. Sie ist perfekt in Sachen Socken stricken, denn das macht sie seit langem auch für einen guten Zweck. Sogar vor dem Fernseher, das gehe ganz nebenbei, ohne Stricken wäre ihr Fernsehen zu langweilig.

Für Bettina Inacio aus Singen gehört Stricken zum Leben. Das sei ihr Beruf und ihre Leidenschaft. Zwei rechts, zwei links und eine fallen lassen - das würden nur Unkundige mit Stricken verbinden. "Auch bei Lochmustern wird keine Masche fallen gelassen, da wird ein Umschlag gestrickt", gibt sie Einblick in dieses kunsthandwerkliche Schaffen. Eine Wissenschaft für sich, weiß auch Hilde Eder: "Man muss bei den Anleitungen auch verstehen was gemeint ist und wissen, wie man sie umsetzt."

Monika Indlekofer aus Waldshut hatte schon den zweiten Socken in Arbeit, sie strickt seit ihrer Schulzeit, inzwischen also mehr als 50 Jahre. Ob das noch in die Zeit passt, habe sie sich nie gefragt. Filialleiterin Beate Wagner weiß, dass Stricken als altbacken aus der Mode gekommen war, jetzt aber wieder einen Aufschwung erlebe. Sie sagt: "Viele wissen gar nicht, was für tolle Sachen man ganz individuell selbst machen kann." Margarete Müller aus Bohlingen findet die Idee des Weltstricktages in zweifacher Weise gut. Man tue etwas Gutes, und in einer Runde zu stricken sei eine nette Sache. Es käme zu Gesprächen über dies und das - und so manch kleines Problem würde sich dabei Masche um Masche lösen.

Christel Rossner

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