SingenStadt kauft „Wöhrstein-Haus“ [0]
Auf dem Areal der früheren Kunsthalle wird es kein großes Einkaufszentrum geben. Stadt und GVV müssen umplanen. Kurz bevor OB Oliver Ehret das Aus für das Großprojekt bekannt gab, wurde noch ein Millionengrundstück gekauft: das „Wöhrstein-Haus“. Nun sind viele gespannt, wie es mit der kleineren Variante weitergeht.
Gestrichen: Auf dem Areal der Kunsthalle wird es kein großes Einkaufszentrum geben. Auch keine prächtige Pforte, wie auf diesem zeichnerischen Entwurf von Reiner Wöhrstein und Matthias Wengenroth. Kurz vor dem Aus für die große Lösung kaufte die Stadt aber noch ein Grundstück, das „Wöhrstein-Haus“. montage: hohlfeldt
Singen – Als Oberbürgermeister Oliver Ehret den Bürgern Singens beim Neujahrsempfang am 22. Januar eröffnete, dass die Pläne für ein großes, prächtiges Einkaufszentrum im Herzen der Stadt gescheitert sind, war die Verblüffung groß. Dass dieses Großprojekt mit einigen wenigen Sätzen in Ehrets Rede beerdigt wurde, erstaunte. Nicht weniger erstaunt war so mancher, der wenig später erfuhr, dass kurz vor dem öffentlichen Aus des Einkaufsprojekts die Stadt noch ein markantes Grundstück auf diesem Areal erworben hat: das „Wöhrstein-Haus“ an der Ekkehardstraße, wo das gleichnamige Fotofachgeschäft zuhause ist. Familie Bregger, Besitzerin des Hauses, hat das Objekt im Oktober an die Stadt veräußert. Seit 1. Januar gehört ihr, beziehungsweise der GVV Städtische Wohnbau GmbH als deren Tochter das Objekt. Der Kaufpreis ist vertraulich, wird aber grob geschätzt insgesamt nahe an einer Million Euro liegen. Auf Nachfrage des SÜDKURIER erklärte OB und GVV-Aufsichtsratsvorsitzender Ehret, dass mittlerweile sieben Millionen Euro in Immobilien und Grundstücke auf dem Kunsthallen-Areal investiert worden sind. Zuvor war immer von rund sechs Millionen Euro die Rede gewesen. Weshalb kaufen Stadt und GVV ein Millionengrundstück, wenn sich längst intern abzeichnet, dass ein großes Einkaufszentrum auf diesem Platz für Investoren nicht interessant ist? „Dieses Grundstück ist ein Schlüsselgrundstück des gesamten Areals“, beantwortet OB Oliver Ehret die SÜDKURIER-Frage. „Dieses Haus haben wir noch gebraucht, um etwas Zusammenhängendes zu bekommen“, ergänzt GVV-Geschäftsführer Roland Grundler. Nur mit dem Wöhrstein-Haus, das zentral liege, könnten die bisher schon in städtischem Besitz befindlichen Häuser und Grundstücke miteinander verbunden werden, sagen sie. „Und ganz gleich, wie ein neues Projekt – kleiner als das bisher geplante – aussehen wird“, fügt Grundler hinzu. Der Kauf des letzten Hauses sei wirtschaftlich völlig unproblematisch, sagen Ehret und Grundler. Das Gebäude sei gut vermietet, da müsse die Stadt/GVV nichts drauflegen. Das Wöhrstein-Haus sei wie auch die restlichen Gebäude und Grundstücke „nicht überteuert gekauft“ worden, betonen die beiden GVV-Verantwortlichen. „Alle Grundstücke liegen in der zweitwertvollsten Lage in Singen“, sagt Ehret. Gutachten und Bodenrichtwerte würden das untermauern. Zwei, drei Monate lang werden sich nun Stadtplaner und GVV intensiv Gedanken machen, was mit der kleinen Variante auf dem Kunsthallen-Areal zu machen sein könnte. Bis dann wollen Ehret und Grundler Pläne auf den Tisch legen, versprechen sie. Vermutlich wird es eine Mischung aus Gebäuden geben, die unten Geschäfte beherbergen und oben Wohnraum bieten. Möglicherweise kommt noch ein Einkaufsmarkt hinzu. Im Singener Handel wird die neue Entwicklung auf dem Areal der früheren Kunsthalle unterschiedlich gesehen und bewertet. Nachfolgend hierzu einige Stimmen von angrenzenden Händlern und Sprechern des heimischen Handels.
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