Singen Schüler dolmetschen für Behindertensportler
Singen – „Das wird ein Sprachengewirr hoch drei“, freut sich Organisator Oswald Ammon. 500 Behindertensportler aus 32 Nationen haben sich für die Internationalen Deutschen Leichtathletik-Meisterschaften der Behinderten angemeldet. Ab Freitag werden Brasilianer, Usbeken oder Südafrikaner um die Qualifikation für die Paralympics 2012 in London kämpfen. Damit die Sportler nichts verpassen, hat der Lehrer etwa 65 Dolmetscher organisiert: Schüler des Hegau- und des Friedrich-Wöhler-Gymnasiums, die neben Englisch noch weitere Sprachen sprechen.
Eine von ihnen ist Maria Burgas vom Hegau-Gymnasium. Sie freut sich auf ihren Einsatz als Dolmetscherin. „Es wird spannend, andere Länder und ihre Kulturen kennen zu lernen“, erklärt die Zwölftklässlerin. Geht es nach ihrem Wortschatz, wird sich die Schülerin mit einer Vielzahl der Athleten unterhalten können. Maria Burgas spricht russisch, ukrainisch, englisch, französisch und spanisch. Seit einiger Zeit nimmt sie auch noch Chinesisch-Unterricht. „Ich kann keine tiefen wirtschaftlichen Gespräche führen, aber für ein einfaches Begrüßungsgespräch reicht es“, sagt sie. Dass sie ein besonderes Talent für Fremdsprachen hat, wiegelt sie aber ab. „Das hat sich einfach so ergeben“, erklärt Maria Burgas mit einem Lächeln.
Als sie gefragt wurde, ob sie bei den Wettkämpfen als Dolmetscherin dabei sein möchte, hat sie nicht lange gezögert. „Ich finde es faszinierend, dass die Sportler den Geist besitzen, um zu kämpfen und trotz ihrer Behinderung etwas aus ihrem Leben machen“, berichtet die Zwölftklässlerin. Sie freut sich deswegen nicht nur auf interessante Gespräche sondern auch auf die Wettkämpfe.
Welche Nationalität sie am liebsten begleiten würde? „Am besten jede, damit ich in jede Nation reinschnuppern kann, um zu sehen, wie dort das Lebensgefühl ist“, erklärt Maria Burgas. Für ihren Einsatz als Dolmetscher erhalten die Schüler eine Anerkennungsurkunde für ihr soziales Engagement.
