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Singen Ritterspektakel: Die Schäden bleiben

Der Bericht im SÜDKURIER über die Schadensbilanz von 50.000 Euro im Stadtgarten, verursacht durch das Mittelalterfestival Spectaculum (MPS), sorgte im Finanzausschuss am Dienstag unter den beteiligten Stadträte für erste Diskussionen. Im Mittelpunkt stand die Frage, ob es das MPS weiterhin in Singen geben und wie die Offwiese zukünftig für Veranstaltungen genutzt werden soll.

Das Mittelalterfestival MPS hat die Offwiese stark in Mitleidenschaft gezogen. An einen gemütlichen Spaziergang mit Kind und Kegel oder Rollator ist auf diesem Weg derzeit nicht zu denken – und bei Regen geht ohne Gummistiefel nichts.
Das Mittelalterfestival MPS hat die Offwiese stark in Mitleidenschaft gezogen. An einen gemütlichen Spaziergang mit Kind und Kegel oder Rollator ist auf diesem Weg derzeit nicht zu denken – und bei Regen geht ohne Gummistiefel nichts. | Bild: Walden
Veronika Netzhammer (CDU) regte zu Überlegungen an, Veranstaltungen in Zukunft nur noch strikt auf die Offwiese, also auf den gekiesten Teil, oder auf die Grünflächen im direkt angrenzenden Stadtparkgelände zu beschränken. Eine Nutzung beider Flächen gleichzeitig solle künftig vermieden werden, schlug Netzhammer vor. Fest steht für die CDU-Rätin jetzt schon: „Das MPS brauchen wir in dieser Form in Singen nicht mehr.“ Oberbürgermeister Oliver Ehret sowie Regina Brütsch (SPD) und Marion Czajor (NL) forderten unisono das Ende des MPS in Singen.

Oberbürgermeister will kein Mittelalterspektakel mehr

In den ersten Jahren sei die Veranstaltung für Familien noch sehenswert gewesen, begründete Ehret, der das MPS mit seiner Familie zu dieser Zeit noch gerne besuchte. „Aber in den letzten Jahren hat sich ein Dunstkreis an Gothics und schwarz gekleideten Leuten an die inzwischen stark kommerzialisierte Veranstaltung gehängt“, so Ehret weiter. Das werfe die Frage nach der Zielgruppe der Veranstaltung auf. Ehret möchte das Thema Offwiese demnächst als Tagesordnungspunkt im Gemeinderat aufnehmen. Er ließ im Finanzausschuss bereits anklingen, dass auch über eine Fortsetzung von Zirkusveranstaltungen auf dem Gelände nachgedacht werden sollte. Der Grund: Als im Frühjahr Zirkus Krone in Singen gastierte, habe es Kritik von Bürgern an der Haltung von exotischen Tieren im Zirkus gegeben.

Veronika Netzhammer indes bat um eine baldige Aufklärung, warum das MPS nicht von den zuständigen Sachbearbeitern auf die Vertragseinhaltung kontrolliert wurde. Dazu hatte sich Heike Beermann-Landry von der Abteilung Grün & Gewässer bereits im Vorfeld im Gespräch mit dieser Zeitung geäußert: „In den ersten Jahren wurde die Veranstaltung von den zuständigen Kollegen abgenommen. Damals war alles in Ordnung gewesen.“ Deshalb wurde in den vergangenen Jahren auf eine Abnahme verzichtet. MPS-Pressesprecher Edwin Ball widersprach dieser Darstellung bei einem Telefonat mit dieser Zeitung in der letzten Woche: „Es hat eine Abnahme gegeben. Wenn die Stadt uns die Flächen zur Verfügung stellt, dann tragen wir doch keine Schuld.“ Der Veranstalter sieht demnach keine berechtigten Schadensersatzansprüche. Beermann-Landry hält dagegen: „Schließlich gilt auch ohne Abnahme vor Ort die vertragliche Vereinbarung ohne Wenn und Aber. Vertrag ist Vertrag.“

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