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25.08.2003  |  von  |  0 Kommentare

Singen/Engen/Radolfzell Paukenschlag bei der Volksbank Singen

Singen/Engen/Radolfzell -  Mit dürren Worten hat gestern der Aufsichtsrat der Volksbank Singen-Engen einen überraschenden Wechsel im Vorstand der Bank angekündigt. Jürgen Grün scheidet aus persönlichen Gründen aus, Manfred Schöffling wird aus dem Ruhestand wieder an seinen "alten" Schreibtisch in der Güterstraße befördert. Daneben führt Vorstand Daniel Hirt weiter die Geschäfte.

Räumt seinen Platz bei der Volksbank: Jürgen Grün. Fotos: tes



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Singen/Engen/Radolfzell - Die knappe Pressenotiz der Volksbank gibt keine näheren Auskünfte über die Gründe, sie ist sehr allgemein gehalten: "Direktor Grün scheidet aus persönlichen Gründen aus dem Vorstand der Bank aus, um sich neuen Aufgaben zu widmen. Nach Mitteilung des Aufsichtsratsvorsitzenden der Volksbank Singen-Engen, Bernhard Hertrich, wird mit Manfred Schöffling der frühere Vorstandsvorsitzende übergangsweise die Aufgaben eines Markt-Vorstands der Volksbank Singen-Engen übernehmen."

In einem Telefonat am gestrigen Vormittag hat Bernhard Hertrich eingeräumt, dass diese knappen Zeilen zu diesem Paukenschlag viel Raum für Spekulationen lassen: "Aber im Augenblick will ich nicht mehr sagen." Für die Trennung zwischen Bank und Vorstand nannte der Aufsichtsratsvorsitzende "überwiegend persönliche Gründe". Manche Dinge würden sich langsam entwickeln und "finden dann einen Endpunkt", formuliert Hertrich äußerst vage.

Die gescheiterten Fusionsverhandlungen mit der Volksbank Konstanz-Radolfzell seien nicht der Grund für die Vertragsauflösung gewesen. Die vom Konstanzer Aufsichtsrat monierte Kostensituation des Instituts in Singen und Engen kontert Hertrich mit einer besseren Ertragssituation der Hegau-Volksbank. "Unser Zins- und Provisionsüberschuss liegt zum Beispiel deutlich über dem der Konstanzer", sagt Hertrich. Man müsse immer das Gesamtpaket sehen, und da sieht Bernhard Hertrich für die Volksbank Singen-Engen keinen Grund zum Klagen: "Wir sind auf einem guten Weg."

Deshalb weist Hertrich auch die Frage nach einer Schieflage der Bank weit von sich. Es gebe auch keine geschäftlichen Unregelmäßigkeiten oder zwischenmenschliche Unvereinbarkeiten. "Die Trennung ist keine Frage der Chemie", betont Hertrich. Auf die Frage, ob es zu Problemen mit Kunden gekommen sei, antwortet der Aufsichtratsvorsitzende: "Dazu kann ich nichts sagen."

Um den Kunden zu signalisieren, dass es keine grundsätzlichen Probleme in und mit der Volksbank Singen-Engen gebe, habe man sich entschlossen, den vor drei Jahren in den Ruhestand verabschiedeten Manfred Schöffling zurück an den Schreibtisch zu holen: "Herr Schöffling ist unseren Kunden als vorsichtig und solide bekannt." Hilfreich dürfte auch die schnelle Bereitschaft und damit die sofortige Verfügbarkeit aus dem Ruhestand heraus von Manfred Schöffling gewesen sein. Denn das Genossenschaftsrecht verlangt das Vier-Augen-Prinzip im Vorstand. Manfred Schöffling soll auf diesem Posten bleiben, bis eine neue Frau oder ein neuer Mann als neuer zweiter Vorstand für die Volksbank gefunden ist.

Jürgen Grün und Manfred Schöffling waren am Freitag für eine Stellungnahme nicht erreichbar.

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