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Singen Nachwuchs wirbelt Narrenspiegel auf

06.02.2012
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– „S duet's schono“ lautet das diesjährige Fasnetsmotto der Singener Poppele-Zunft. Gleich zu Beginn der ersten Nummer tat es aber nicht wie es sollte – mitten im intergalaktischen Tanz „Ein Ufo landet“ der Kindergruppe fiel die Musik aus.

Wie die Profis ließen sich diese aber nichts anmerken, starteten noch einmal neu durch und heizten die Stimmung in der gut besuchten Stadthalle an. Ein Blick auf das Programm offenbarte dem Premierenpublikum, dass es dieses Mal viel Neues erwarten würde. Neben bewährten Nummern wie dem Auftritt von „Fidele und Nazi“, den „Bänklefurzern“ oder dem Lehrer- und Poppelechor verhießen Auftritte wie „Vom Chillen“, „Wellness“ oder „Poppele-Rap“ frischen Wind.

Die „Nacht der Nächte“ zeige Singen im Spiegel, kündigte der Poppele seinen Zuhörern mit hämischem Lachen an und sollte Recht behalten. Mit dem „Rostbolle von vor der Stadthalle“ und einem „Old-Eimer“ hatten es sich die Narreneltern in den Kopf gesetzt, bei der Bestückung des neuen Kunsthauses „Arts& Cars“ aktiv mitzuwirken. Den Generationenkonflikt lösten die Bänklefurzer Norbert Eckert, Uli Götz, Bernfried Haungs und Babsi Lienhard dank dem jungen Zuwachs durch Claudius und Clara Paul, Sebastian Gönner, Max Jäger und Moritz Geiger und ließen sich in Sachen Jugendsprache schulen.

Dass beim Angeln Stille herrscht, widerlegten Holger Marxer und Patrik Brendel. Mit der Angel in der Hand sinnierten sie über den Sport in Singen, die Verwandlung der Marktpassage in einen Schuhladen und über das geschlossene Café Herold, in dem städtische Mitarbeiter, nach dem Kauf durch die Stadt bei der nächsten Finanzkrise kleine Brötchen backen könnten.

Wie sie sich die Nachtwanderer vorstellen, die schon bald in der Singener Innenstadt für mehr Sicherheit sorgen sollen, zeigte die Rebwiebertanzgruppe in knappen Uniformen. Ein Poppele-Narrenspiegel wäre keiner, wenn nicht Zunftmeister Stephan Glunk mit seiner Gitarre auf der Bühne stünde und sich den Themen aus Kommunalpolitik und Kultur vor Ort annehmen würde. Dass es dank Walter Fröhlich (Wafrö) seit langem wieder ein Lied zum Fasnetsmotto gibt, machte den Zunftmeister sichtlich stolz und animierte das Publikum zum munteren Mitsingen.

Für schallendes Gelächter, das dem ein oder anderen sogar die Tränen in die Augen trieb, sorgten Elisabeth Paul, Angelika Berner-Assfalg und Angelika Kohler-Grimm. Sie verwandelten die Bühne kurzerhand in einen Wellness-Salon für gestresste städtische Angestellte. Hier wurde OB Ehret geschröpft, Sparkassen-Chef Volker Wirth strampelte auf dem Ergometer und für Bürgermeister Bernd Häusler gab es eine Gesichtsmassage mit Lymphdrainage für das Erscheinungsbild. Mit einer ordentlichen Prise Ironie und Humor der trockensten Sorte persiflierten die Damen die Zipperlein und Eigenarten ihrer„Kunden“. Rudi Grundmüller und Ali Knoblauch machten sich dagegen als Fidele und Nazi auf den Weg zum Hohentwiel, um diesen mit tierfreundlichen Laternen zu beleuchten.

Zu später Stunde tauchte das Publikum in „Poppeles Panoptikum“ ein und verfolgte wie Stadtrat Peter Hänssler Strafzettel an OB und Co verteilte, wie Oliver Ehret zur Melodie von Tim Bendzko die „Stadt rettet“ und dass Rebwieb, Hansele, Hooriger Bär, Zunftgeselle und Schellenhanselesich auch als Rapper eine gute Figur abgeben.

Die Verjüngungskur beim Poppele-Narrenspiegel zeigte Wirkung. Die jungen Darsteller brachten frischen Wind in die Veranstaltung und bewiesen, dass moderne und traditionelle Inhalte harmonieren können. Stimmungsvoll unterhielten Hans Seilers „Aussteiger“ aus Gottmadingen musikalisch.


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