Mein

Singen Nachbarschaftsdrama: 72-Jähriger rastet aus

23.06.2009


Im Singener Stadtteil Friedingen kam es am Dienstagmorgen zu einem blutigen Drama zwischen Nachbarn. Der 72-Jährige Klaus G. schoss seine Nachbarin im Keller des Mehrfamilienhauses nieder und tötete sich danach selbst. Die Frau schwebt noch in Lebensgefahr.

Mehrere Schüsse haben die Idylle in der Mehrfamilien-Wohnanlage im Singener Stadtteil Friedingen jäh zerstört. Morgens um sieben war die Welt noch in Ordnung. Kurz nach acht nichts mehr wie vorher. „Anwohner haben uns gegen 8.30 Uhr informiert, dass sie Schüsse gehört haben“, berichtet Polizeisprecher Peter Hauke auf Nachfrage dieser Zeitung.

Sechs Polizeiwagen rasten daraufhin Richtung Friedingen, vier Rettungswagen hinterher – und nicht nur in Friedingen fragten sich viele, was passiert ist.

Nachrichtensperre von der Polizei

Die Polizei verhängte eine Nachrichtensperre. Dennoch war schnell klar, dass bei der Schießerei Verletzte zu beklagen waren. Fieberhaft eilten Sanitäter zwischen Unglücksort und Rettungswagen hin und her.

Erst nach und nach konnte sich die Polizei einen Überblick verschaffen, während in der Wohnanlage längst die Nachricht vom dramatischen Geschehen die Runde machte. Anwohner fanden im Keller des Mehrfamilienhauses das Opfer und den mutmaßlichen Täter des tödlichen Nachbarschaftsstreits. Sie leisteten beherzt Erste Hilfe bis die Rettungskräfte nur wenige Minuten nach der Alarmierung eingetroffen waren. Mit Erfolg kämpften Sanitäter und Notärzte um das Leben der verletzten Frau, die mit lebensgefährlichen Verletzungen ins Krankenhaus eingeliefert wurde.



Motiv ist noch völlig unklar

Für den Friedinger Rentner, der seine Nachbarin laut Polizei nieder geschossen hat, kam jede Hilfe zu spät. Er hat die Waffe gegen sich selbst gerichtet. „Noch ist zum Motiv nicht viel zu sagen“, verweist Polizeisprecher Hauke bis zuletzt auf die unklare Lage. Die Spurensicherung hat ihre Arbeit aufgenommen, nachdem die Rettungskräfte ihre erledigt hatten.

Nun wird nach Motiven gefahndet – und der Frage nachgegangen, ob der Täter seine Pistole legal besessen hat. Derzeit weist aber Vieles darauf hin, denn der 72-Jährige hatte eine Waffenkarte. Den älteren Herrn beschreiben die Nachbarn als umgänglichen Zeitgenossen. „Er war immer sehr freundlich“, bestätigen sich die Menschen, die in den Nachbarhäusern wohnen gegenseitig.

Dass das Idyll inmitten blühender Oleanderpflanzen aber auch Risse zeigte, blieb ihnen nicht verborgen. „Zwischen den beiden gab es immer wieder mal Streit“, wissen die Leute rechts und links von Haus Nummer 5a. Das Opfer berichtete im Bekanntenkreis von den Sticheleien ihres Nachbarn, der in der Wohnung unter ihr wohnte. Der Tatverdächtige klagte Nachbarn sein Leid, weil in der Wohnung über ihm immerzu mit Türen geknallt werde. Gestern kam es dann zum großen Knall. Als die Polizei eintraf, war Klaus G. bereits nicht mehr am Leben und die Waffe konnte sichergestellt werden.

Getroffen hatte er seine Nachbarin, geschockt waren die Anwohner, die der Frau vermutlich das Leben retteten. Sie wurden mehrere Stunden intensiv von den Notfallseelsorgern betreut, nachdem sie von der Polizei vernommen wurden.



Schiesserei in Friedingen
Hintergrund: Mann schiesst Nachbarin nieder
Hintergrund: Ein Toter bei Nachbarschaftsstreit
zu diesem Artikel sind keine Beiträge vorhanden
Schreiben Sie Ihre Meinung
Überschrift
Text


noch 1000 Zeichen


Informiert bleiben:
Bei jedem neuen Kommentar in dieser Diskussion erhalten Sie automatisch eine Benachrichtigung
Unsere Community-Regeln