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Konstanz/Singen Nach Einbruch-Serie im Landkreis: 31-jähriger Mann muss sechs Jahre ins Gefängnis

Nach einem sehr langen Verhandlungstag hat das Landgericht Konstanz einen 31-jährigen Mann zu sechs Jahren Haft verurteilt. Er hatte gestanden, an einer Einbruch-Serie im November und Dezember 2015 beteiligt gewesen zu sein.

Nach anfänglichem Zögern räumte der 31-jährige Angeklagte ein, als Mitglied einer Bande zusammen mit einem noch nicht gefassten Kollegen 21 vollendete und vier versuchte Einbruchdiebstähle im Hegau begangen zu haben. Unterstützt wurden die beiden Täter von drei Männern aus Singen. Diese sind bereits vor drei Monaten wegen Beihilfe zum schweren Bandendiebstahl rechtskräftig verurteilt worden.

Bequem von ihrem Stützpunkt in Singen aus gingen die beiden Bandenmitglieder im November und Dezember 2015 in der Region auf Tour und begingen eine Vielzahl von Einbruchdiebstählen. Ihre Gastfamilie, bestehend aus dem 49-jährigen Vater, seinem 26-jährigen Sohn und dessen 24-jährigen Freund, bewohnte damals ein Haus in Singen. Gegen Anteile an der Beute und eine Beteiligung an den Ausgaben für Verpflegung und Unterkunft unterstützten die Singener die beiden Männer mit Rat und Tat.

Nur im Stadtgebiet von Singen durften sie nicht einbrechen. Der 49-Jährige meldete für die Diebestouren seiner Gäste ein geräumiges Fahrzeug auf seinen Namen an. Damit wurden die ortsunkundigen Einbrecher zu den verschiedenen Objekten chauffiert und mitsamt Beute wieder abgeholt. Anfang Januar 2016 verschwanden sie. Das auf dem Grundstück versteckt abgestellte Auto mit Konstanzer Kennzeichen wurde wieder abgemeldet.

 

Allein der Schaden der 25 Einbrüche, welche die Staatsanwaltschaft den Männern zur Last gelegt hat, beträgt rund 65.500 Euro. Dazu kommt ein Sachschaden, der sich etwa auf 33.700 Euro beläuft. Der jetzt verurteilte 31-Jährige aus Osteuropa konnte erst kurz nach Beginn des ersten Prozesses in Ungarn festgenommen werden. Auf der Anklagebank des Landgerichts in Konstanz wollte er auf Anraten seines Anwalts aus Stuttgart zunächst gar keine Aussage machen. Die Angaben der bereits verurteilten Helfer belasten ihn aber so schwer, dass er letztendlich ein Geständnis ablegte.

Leerer Tresor im See versenkt

Die Einbrüche hatten nicht nur wegen der hohen Schadenssumme Aufsehen erregt. In Singen-Beuren schlugen die Täter kurz vor Silvester 2015 ein Fenster des Rathausgebäudes ein, um drinnen nach Stehlenswertem zu suchen. Dann scheiterten sie aber an der Tür des Ortsvorstehers und zogen ohne Beute ab. Tür und Fenster mussten für 2000 Euro repariert werden.

Einige Wochen zuvor hatten sie aus einem Haus in Orsingen-Nenzingen einen Tresor gestohlen. Darin befanden sich Schmuck und Bargeld im Wert von rund 7300 Euro. Im Keller des Hauses in Singen wurde der Tresor aufgebrochen. Die Beute wurde, wie immer, mit den Gastgebern geteilt. Weil er den zerstörten Panzerschrank nicht in seinem Haus haben wollte, beauftragte der 49-Jährige die Männer, ihn im Steißlinger See zu versenken. Dort pflegte er gerne zu angeln, als er noch in Freiheit war.

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