Singen Martin Blank ist der geborene Zeichner

Montags bei Trautmann: Der Lehrer Martin Blank erzählt, wie er von seiner frühesten Kindheit an die Menschen mit seinen Zeichnungen und Karikaturen erfreut hat. Im Hegau wurde er bekannt durch seine humorvollen DackelbücherHerr Blank, seit wann genau zeichnen Sie?

Zum Redaktionsbesuch hat der Lehrer und Zeichner Martin Blank die beiden Rauhaardackel Schluffi und Anton mitgebracht. Die aufgeweckten Hunde hat er vielfach in seinen humorvollen Büchern illustriert.
Zum Redaktionsbesuch hat der Lehrer und Zeichner Martin Blank die beiden Rauhaardackel Schluffi und Anton mitgebracht. Die aufgeweckten Hunde hat er vielfach in seinen humorvollen Büchern illustriert. | Bild: Bild: Sabine Tesche

Können Sie sich an Ihre ersten Bilder erinnern?

Ich habe eigentlich schon immer gezeichnet. Als kleiner Bub, bevor ich eingeschult wurde. Meine Mutter betrieb die Poststelle in Bohlingen. Da gab es so eine Nische unter dem großen Schreibtisch, wo ich ungestört sitzen konnte. Und es gab jede Menge Papierfetzen, die ich bemalen durfte. Meine Mutter reichte mir die Endstücke der Kopierstifte, die sie nicht mehr gebrauchen konnte.

Ein Kopierstift, was ist das?

Das ist der Vorgänger vom Kugelschreiber. Was gezeichnet war, ließ sich nicht mehr verändern. Man musste die Spitze befeuchten. Deshalb hatte ich immer eine schwarze Zunge.

Also begann Ihre Karriere quasi unterm Schreibtisch, im Verborgenen. Wann wurde Ihr Talent denn öffentlich?

Ein Bohlinger Lehrer muss das wohl beobachtet haben, wie ich die Papierschnipsel bemalt habe. Eines Tages rief er, als ich über den Schulhof zum Einkaufen ging: Blank, komm mal rein. Ich sollte etwas an die Tafel malen. Weil ich aber noch so klein war und die Tafel sich nicht bewegen ließ, fing ich von unten an zu zeichnen. Bei einem Pferd mit den Hufen, bei einer Figur mit den Füßen. Wenn die fertig waren, hob mich der Lehrer ein Stück hoch, so dass die Zeichnung langsam von unten nach oben wuchs bis die Figur fertig war. Als es dann später zum Studium zur pädagogischen Hochschule nach Weingarten ging, war klar, dass ich Bildende Kunst als Hauptfach studieren wollte.

Sie wurden aber nicht Künstler, sondern Lehrer. Das Zeichnen blieb gewissermaßen Hobby.

In wenigen Tagen gehe ich nach 40 Jahren in den Ruhestand. 27 Jahre habe ich an der Steißlinger Grund- und Hauptschule unterrichtet. Ich habe meinen Beruf immer geliebt. Für mich war es Berufung.

Wie haben Sie die Liebe zur Karikatur entdeckt? Oder anders, wann haben Sie Ihr erstes Buch gezeichnet?

Meine Frau Heidi und ich wollten mit Schluffi, unserer heute elf Jahre alten Rauhaardackeldame zur Dackelschau, weil wir eine Zucht planten. Dazu musste Schluffi zum Hundefriseur. Die Behandlung war so aufwändig und liebevoll, dass ich mich bei der Besitzerin des Hundesalons mit ein paar Zeichnungen bedanken wollte. So entstanden die „Bekenntnisse eines Dackels“.

Später kamen noch „Anton“-Bücher dazu und überhaupt die Auseinandersetzung von Mensch und Tier in „BildSaTiere“. Was schätzen Sie so besonders am Rauhaardackel?

Das humorvolle Wesen dieser Hunderasse begeistert mich. Da ist immer etwas Menschliches dabei. Ein Dackelblick kann den härtesten Stein erweichen. Und wenn ein Dackel in den Spiegel schaut, sieht er einen Löwen. Das amüsiert mich.

Wie entstehen Ihre Geschichten?

Die haben immer einen wahren Kern. Wir sind mit unseren drei Dackeln Schluffi (11), Anton (5) und Boss (3) im Dackelclub. Da gibt es zwei oder drei Wanderungen im Jahr. Da hört man die tollsten Geschichten.

Zum Beispiel?

Ein Paar hatte sich einen kleinen Tresor im Haus installieren lassen und die Zahlenkombination auf einem Blatt Papier notiert. Als sie den Save öffnen wollten, mussten sie feststellen, dass der Dackel den Zettel verspeist hatte. Oder die Geschichte vom Volkertshauser Pfarrer. Sein Hund marschierte zur Freude der Gläubigen während der Messe in die Kirche. Das hat mich animiert, eine Dackelbande zu zeichnen, die in eine Trauung hineinplatzt. Nur Dackel zu zeichnen war mir mit der Zeit zu wenig. Deshalb habe ich in „Hundsgemeinheiten“ begonnen Mensch und Dackel gegenüber zu stellen. Der Humor ist dabei für mich elementar. Seit 2001 habe ich jedes Jahr ein Buch gemacht, zuletzt auch mit Text.

Welche Ziele haben Sie sich für Ihren Ruhestand gesteckt?

Mich interessiert Landschaft und die Fliegerei. Ich bin dreimal von Bregenz nach Bozen gewandert. Wegen einer schweren Erkrankung kann ich das alles leider nicht mehr machen. Umso wichtiger ist mir das Zeichnen. Der Humor und besonders meine intakte Familie helfen mir über schwere Zeiten. Und der tägliche Spaziergang mit unseren Hunden in der Natur.

Fragen: Gudrun Trautmann

Alle Montagsgespräche im Online-Dossier: www.suedkurier.de/beitrautmann

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Eine innige Umarmung | Bild: Karikaturen: Blank
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