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Singen Licht und Schatten der Hegau-Fasnacht

Die Singener Narren und auch die Polizei zogen eine weitgehend positive Bilanz der Fasnacht. In den tollen Tagen wurden weniger Straftaten angezeigt.

Zum Ende der Fasnacht ziehen Veranstalter und Sicherheitskräfte eine recht gemischte Bilanz. So sagt der Sprecher des Polizeipräsidiums, Bernd Schmidt: „Von einer friedlichen Fasnacht zu sprechen, wäre nicht richtig. Aber es war ruhiger als in früheren Jahren.“ Laut Statistik habe es einen leichten Rückgang an Straftaten gegeben. Allgemein litten die Open-Air-Veranstaltungen wie Umzüge vom Schmutzigen Dunschtig bis Rosenmontag unter dem Wetter.

Regen und Sturm waren vermutlich auch dafür verantwortlich, dass am Fasnets-Mäntig weniger Besucher zum großen Umzug nach Gottmadingen kamen. Rund 4000 Menschen hätten aber in fröhlicher Stimmung an den Straßenrändern gefeiert, berichtet der Zunftmeister der Gerstensäcke, John Weber, und spricht von einer „sensationellen Fasnacht“. Das Konzept mit mehr Polizeipräsenz sei aufgegangen. Polizeisprecher Bernd Schmidt unterlegt das mit Zahlen: „In Gottmadingen hatten wir am Montag einen Taschendiebstahl, eine Körperverletzung und drei stark betrunkene Kinder.“ Dass nicht mehr geschah, könne auch der Videoüberwachung zuzuschreiben sein, vermutet Schmidt. Allerdings musste die Feuerwehr die Festgesellschaft zerteilen, weil sie wegen des Sturms den Narrenbaum wieder fällen musste. Danach hätten viele Narren den Heimweg angetreten.

Auch der Poppele-Zunftmeister Stephan Glunk ist überzeugt davon, dass das Wetter am Schmutzigen Dunschtig manchen Besucher von der Fasnacht abgehalten habe. Dafür war der Umzug am Samstag mit Ausklang auf dem Rathausplatz mehr als gut besucht. „Der Platz eignet sich sehr gut für das friedliche Narrenvolk“, freut er sich, dass das Fasnachtskonzept aus Poppele-Sicht immer besser angenommen wird.

Die Schattenseite dieser Veranstaltung hat der Hotelier Lars Ellenberger vom Holiday Inn Express erlebt. Zu wenige Toiletten für den überfüllten Platz, aggressive, alkoholisierte Jugendliche, die im Hotelbereich urinierten und ihre Notdurft verrichteten und Glasflaschen zertrümmerten. „Ich wurde körperlich angegriffen“, erzählt Ellenberger. „Der Sicherheitsdienst war am Samstag so überfordert, dass die Polizei eingreifen musste.“ In einem Brief an OB Bernd Häusler bittet er um ein neues Konzept für Großveranstaltungen auf dem Platz.

Richtig glücklich ist das SWR-Fernsehen über den Verlauf des Närrischen Ohrwurms in der Singener Stadthalle. „Die Einschaltquoten sind noch besser als im letzten Jahr“, sagt Pressesprecherin Marion Erös. Im Sendegebiet des SWR-Landes zu dem neben Baden-Württemberg auch Rheinland-Pfalz und das Saarland gehören lag die Einschaltquote bei 6,6 Prozent. Im Vorjahr waren es noch 5,1 Prozent. Und in Baden-Württemberg lag sie bei 7,4 Prozent. Ein deutlicher Zuwachs im Vergleich zum Vorjahr mit 6,1 Prozent. „Wir sind also sehr zufrieden und freuen uns auf nächstes Jahr“, so Erös. Viele Zuschauer vor dem Fernseher, aber nicht so viele wie im Vorjahr in der Halle. Laut Roland Frank, Geschäftsführer der Singener Stadthalle wurden in diesem Jahr nur rund 600 Karten verkauft. Im Vorjahr waren es fast 1000. Er führt das darauf zurück, dass weniger Gruppen aus der unmittelbaren Nähe dabei waren.

Auch Alkohol spielte an dieser Fasnacht wieder eine entscheidende Rolle. Für insgesamt zwölf Jugendliche endete die Fasnachts-Feier im Hegau-Bodensee-Klinikum im Singen. Zwischen dem Schmutzigen Dunschtig und Rosenmontag wurden laut Chefarzt Andreas Trotter fünf Jungen und sieben Mädchen im Alter von 14 bis 17 Jahren mit zu viel Alkohol ins Klinikum eingeliefert. Dabei lag der höchste gemessene Promillewert bei 2,96.

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