Noch bis 28. Mai gastiert der bekannte Zirkus unter dem Hohentwiel um sein Publikum mit viel Artistik, Exotik und Show zum Lachen, Staunen und Träumen zu bringen. Mit dem Programm, dass zum mehr als 100-jährigen Bestehen des traditionsreichen Familienzirkusses, wird große Zirkuskunst mit modernen Showelementen kombiniert.
Begeisternd war bereits der Auftakt, bei dem sich alle Artisten präsentierten, bevor die Truppe Dalian die Duplex-Schaukel zum Schwungbrett für halsbrecherische Stunts machte. Salti, Pirouetten und Mehrfachschrauben wechselten in rascher Folge ab, imposant gebremst von einem bis in die Zirkuskuppel ragenden Tuch.
Jana Mandana, die Juniorchefin des größten europäischen Zirkus-Unternehmen, präsentierte die Wappentiere des Hauses – unterstützt vom Zirkus-Ballett – als indische Elefanten-Symphonie, in der die tonnenschweren Dickhäuter mit einem faszinierenden Elefantenballett verblüffen. Hochkarätig folgte später die Pferdeshow mit edlen Hengsten.
Ihre Show der flinken Füße haben zuvor die 15 und 23 Jahre alten Anastasini-Brothers mit unzähligen Drehungen und Wendungen zelebriert, und dafür zurecht ganz großen Applaus verdient, wie auch die „Flying Zuniga“ aus Südamerika. Die Truppe bringt klassische Trapez-Kunst zurück ins Zirkuszelt und sie scheinen über den Köpfen des Publikums mit ihren waghalsigen Sprüngen zu schweben.
Nach der Pause hatten Martin Laceys Löwen ihren großen Auftritt und begeisterten mit einer ebenso mitreißenden wie zärtlichen Dramaturgie. Der mit dem goldenen Clown von Monte Carlo ausgezeichnete Tierlehrer lässt den scharfen Atem des Raubtiers spüren und präsentiert seine afrikanischen Löwen ebenso wild, wie nahbar, bevor mit Zebra und Kamelen die Exotik in die Manege kommt und Nashorn Tsonga schwergewichtig das Publikum bestaunt. Danach geht es Schlag auf Schlag zum Finale: Elena Drogoleva kommt als Marlene Dietrich ins Manegenrund und zeigt mit drei Partnern fingerflinke Jonglagen im Sekundentakt. Nicht minder flink ist das Programm von Petra und Roland Duss und ihren Seelöwen, die mit sichtbarem Sinn für Gags, Heringshäppchen und Streicheleinheiten eine fröhliche Flossenshow präsentieren.
Quasi schwerelos schwebte die chinesische Truppe Chy Fu Dey am neu entwickelten Bungee-Trapez im UV-Licht durch den Raum. Und auch „Crazy Wilson“ schien danach die Schwerkraft auszuhebeln. Im „Todesrad“ zeigt er einen gefährlichen Gang auf, über und unter dem rotierenden Riesenrad. Mit atemberaubender Geschwindigkeit raubt er dem Publikum den Atem und landet am Ende genau vor der Nase der staunenden Zuschauer. Höhepunkt ist der Salto Mortale auf dem Außenrad in zehn Meter Höhe. Für unterhaltsame Glanzlichter sorgt immer wieder das Krone-Ballett, das vom berühmten US-amerikanischen Choreographen Gene Reed in Szene gesetzt wurde. Zwölf bildhübsche Tänzerinnen und zwei Tänzer zaubern Atmosphäre in die Inszenierung der dreistündigen Show.
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