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Kinderpornos auf der Festplatte

Weil er die Herkunft "ungewollter" Kurzfilme mit kinderpornographischem Inhalt nicht plausibel erklären konnte, verurteilte das Amtsgericht Singen einen 34-jährigen Monteur zu vier Monaten auf Bewährung und einer Geldstrafe von 60 Tagessätzen à 25 Euro, hinzu muss er die Kosten des Verfahrens tragen.

Im Detail drehte sich der Prozess um etwa 30 Kurzfilme, auf denen teilweise schwerster Missbrauch von Kindern unter zehn Jahren gezeigt wird. Auf die Frage von Richter Matthias Fahrner, wie diese Kurzfilme ihren Weg auf den Computer des Angeklagten finden konnten, hatte dieser nur eine Standardantwort parat: "Ich kann mir das nicht erklären." In diesem Falle hatte der Monteur seiner im gleichen Haus wohnenden Lebensgefährtin seinen PC zur Verfügung gestellt, da er in seiner Wohnung keinen Internet-Anschluss gehabt habe. Er und seine Freundin hätten den Rechner unabhängig voneinander benutzt. Erst eine Bekannte seiner Lebensgefährtin "entdeckte" die Kurzfilme. Sie sei von der Freundin des Angeklagten gebeten worden, ein Programm auf den PC zu installieren. Die Festplatte war dafür aber zu voll gewesen, beim Platz Schaffen sei sie auf die Kinderpornographie gestoßen. "Was ich da gesehen habe, spukt mir heute noch im Kopf herum", verwies die Zeugin auf den brutalen Inhalt der Kurzfilme. Sie habe daraufhin den PC ausgemacht und unter Tränen ihrer Bekannten mitgeteilt, was sie gefunden habe. Diese hätte ebenso aufgelöst reagiert und in ihrer ersten Reaktion angekündigt, sich von ihrem Freund zu trennen. Aber weder dies erfolgte noch die angeratene Anzeige bei der Polizei. Monate später hat dann die Zeugin ihr "Gewissen bei der Polizei erleichtert."

Diese beschlagnahmte mit Zustimmung des Angeklagten den Rechner und fand dabei nicht nur die gelöschten Kurzfilme, sondern auch fast 90000 pornographische Bilder.

Trotzdem gab der Beschuldigte weiterhin an, die Filme nicht wissentlich aus dem Internet gezogen zu haben. "Die haben sich wohl mit eingeschlichen, als ich Kinofilme aus dem Internet gezogen habe", erklärte sich der Monteur die Herkunft. Seine Freundin war der gleichen Meinung, stritt zudem ab, von ihrer nun ehemaligen Bekannten über den genauen Inhalt der Kurzfilme informiert worden zu sein. Richter Fahrner half ihr auf die Sprünge und verlas das Polizeiprotokoll. In diesem gab sie zu, gewusst zu haben, welchen Inhalt die Kurzfilme bargen und dass sie deshalb einige davon eigenhändig gelöscht habe. Mit ihrer eigenen Aussage konfrontiert, gab die Lebensgefährtin zu, doch von den Filmen gewusst zu haben. Sie hätte deshalb ihren Freund zur Rede gestellt.

Die Widersprüche in ihrer Aussage und auch das angebliche Nichtwissen des Angeklagten zusammen mit der glaubwürdigen Aussage der Zeugin und der gesamten Anzahl an pornographischen Material, ließen den Richter zu der Verurteilung des Monteurs wegen Besitz von Kinderpornographie kommen.

Jadis Walden

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