Singen - Siegfried Huber ist Geschäftsführer im Geschäftsbereich Energie der ZG Baden mit Sitz in Donaueschingen und Geschäftsführer der Firma Waldschütz Energie GmbH mit Sitz in Singen, ein Tochter-Unternehmen der ZG. Huber hat das Unternehmensziel für beide Gesellschaften ausgegeben: "Wir wollen das Pflanzenöl salonfähig machen."
Salonfähig heißt für ihn, das Pflanzenöl soll am Markt bestehen und am Standort Singen für die erwarteten 500000 Liter Umschlag im Jahr sorgen. Kunden sind in erster Linie Speditionen. Ein Lastwagen mit einem Zweitanksystem brauche nur wenig technische Umrüstung, damit er mit Pflanzenöl fahren kann. Die Kosten liegen zwischen 1500 und 2000 Euro. Grundsätzlich können die Lastwagen dann mit Diesel oder Pflanzenöl fahren. Der Preis für ein Liter Pflanzenöl pendelt um die 75 Cent pro Liter. "Die Investition lohnt sich schon nach zwei bis drei Monaten." Zu den geldwerten Vorteilen zählen für Huber die festgesetzten Steuersätze auf Pflanzenöl ab dem Jahr 2008. "Bis dahin profitiert man von der Steuerbefreiung."
Für die ZG hat der Ankauf von Rapssaat und Verkauf von Rapsöl auch etwas mit dem Genossenschaftsauftrag zu tun, mit dieser Energiesparte will die Raiffeisengenossenschaft direkt die Landwirtschaft unterstützen. "Wir bauen für das Pflanzenöl ausschließlich Rapssaat an." Das wird in Donaueschingen in der Ölmühle produziert, die anliefernden Bauern kommen aus dem Schwarzwald, der Baar und dem Hegau. "Der Raps wird dort angepflanzt, in der ZG Donaueschingen und ZG Mühlhausen erfasst, in der Ölmühle Donaueschingen verarbeitet und in Singen auf kürzester Entfernung wieder auf den Markt gebracht, das ist höchste Wertschöpfung in der Region", macht Huber für die eigene Energiepolitik Werbung.
Noch ist allerdings nicht entschieden, ob das Pflanzenöl bei den gewerblichen Unternehmen sich als neue Treibstoffart durchsetzt. Trotz besserer Leistung als beim Biodiesel, trotz des ökologischen, trotz des steuerlichen Vorteils. In Baden gibt es bisher zehn Zapfstellen für Pflanzenöl, nach Singen ist Donaueschingen die nächste in der Region. "Wir richten noch weitere ein", verspricht Huber.
Eine Umwandlung aller Äcker und Wiesen in gelbe Rapsfelder sei aber nicht zu erwarten. "Es lässt sich nicht verhindern, dass der Landwirt auch Energiewirt wird, aber der Hegau ist eine klassische Landschaft für hochwertige Nahrungsmittelproduktion, das muss unser vorrangiges Ziel bleiben", sagt ZG-Mann Huber.
