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Singen In der Zeit drastisch geirrt

Hegau (bie) Rund 100 Jahre zu spät ist ein Hegauer am Ramsener Zoll angekommen. Schweizer Grenzer stolperten über Zulassungspapiere aus dem Deutschen Reich.

Da ein moderner Renault angemeldet war, übergab die Grenzwacht den Fall an die Kollegen der deutschen Polizei.

Am Dienstag stellten Polizeibeamte bei dem 57-jährigen Fahrzeughalter aus einer Hegaugemeinde Schriftstücke sicher, die eine Zulassung nach reichsdeutschem Recht belegen sollten. „Kennzeichen und Fahrzeugschlüssel wurden polizeirechtlich einbehalten um weitere Fahrten zu unterbinden“, heißt es seitens der Polizei. Mit den Papieren wollte der 57-Jährige belegen, dass der Zulassungsstempel im Kennzeichen, der den Reichsadler symbolisiert, und die von einer Dienststelle des Deutschen Reiches ausgestellten Papiere aus dem Jahr 2010 korrekt sind. Eine Versicherung für die ungewöhnliche Zulassung solle auch bestehen. Bestellt hat er sich die Dokumente bei einem Mann aus Freudenstadt, der für sich die rechtliche Nachfolge des Deutschen Reichs proklamiert.

Die eingesetzten Polizeibeamten sicherten Kennzeichen, Papiere und Fahrzeugschlüssel und untersagten den weiteren Betrieb des Autos bis zur ordnungsgemäßen Zulassung nach den Regeln der Bundesrepublik Deutschland.

Der Beschuldigte lebt seiner Ansicht nach noch immer nach der Verfassung des Deutschen Reichs von 1871 und betrachtet die Bundesrepublik als nicht maßgebend an. Wie auch der Verkäufer der reichsdeutschen Kennzeichen aus Freudenstadt macht er staatsrechtliche Versäumnisse bei der Gründung der Bundesrepublik für deren angebliche Nichtexistenz verantwortlich. Einen rechtsextremen Hintergrund schließt die Polizei ebenso aus, wie Zusammenhänge mit der angekündigten Invasion von Büsingen (wir berichteten).

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