Singen Hospiz- und Palliativzentrum: Eine Stadt auf dem Weg zum "Horizont"

Die ökumenische GmbH für das kreisweite Hospiz- und Palliativzentrum hat sich gegründet. Baubeginn der Sterbeeinrichtung soll jetzt im September 2016 sein.

Für einmalig in Baden-Württemberg hält Wolfgang Heintschel das ökumenische Hospiz- und Palliativzentrum des Landkreises Konstanz, das auf dem Gelände der ehemaligen Wetzsteinvilla mitten in Singen entsteht. Der Geschäftsführer der Singener Caritas muss es wissen, hat er doch zusammen mit den anderen Mitgliedern der frisch gegründeten GmbH eine Rundreise durchs ganze Land unternommen, um Anregungen bei anderen Hospizeinrichtungen zu sammeln und in das Singener Konzept einzuarbeiten. "Einmalig ist die Verknüpfung aller Bereiche unter einem Dach", sagt Heintschel. Gemeint ist die Verknüpfung von stationärem Hospiz mit acht Plätzen, spezialisierter ambulanter Palliativversorgung (SAPV), der auch Ärzte angegliedert sind und dem Hospizverein Singen und Hegau unter dem gemeinsamen Namen "Horizont". Zudem ist noch ein Schulungs- und Begegnungszentrum am Standort geplant.

Seit gut 20 Jahren besteht die Hospiz-Bewegung in Singen, in der sich Menschen ehrenamtlich um schwerkranke, sterbende Menschen kümmern. Seit rund sieben Jahren bestehe der Wunsch nach einem stationären Hospiz, erinnert sich Singens Oberbürgermeister Bernd Häusler, der sich nun – wie er betont – persönlich und ehrenamtlich als Aufsichtsratsvorsitzender der ökumenischen GmbH zur Verfügung stellt.

"Ein großer Schritt ist geschafft", freut sich die Dekanin und 1. Vorsitzende des Diakonischen Werkes des Evangelischen Kirchenbezirks Konstanz über die breite Ausrichtung der Aufsichtsräte. Mit der Palliativmedizin werde den Menschen in ihrer letzten Phase ein lebenswertes Leben ermöglicht. Hier hakt Christian Grams ein: "Wir wollten mit dem stationären Hospiz mitten in die Stadt, wo das Leben tobt." Hospizpatienten seien im Durchschnitt 60 Jahre alt und wollten intensiv am Leben teilhaben. Da könne selbst Straßenlärm zum Genuss werden. Bei einer durchschnittlichen Verweildauer von drei Wochen werden jährlich rund 100 Menschen ihre letzten Tage in dem Haus verbringen.

6,5 Millionen Euro wird das Gesamtprojekt kosten. Allein 3,4 Millionen Euro entfallen auf das stationäre Hospiz. Dafür gibt es Zuschüsse von der Stadt, Land und Bund. Der Baubeginn ist jetzt für September geplant. Im Sommer 2017 soll die Villa Wetzstein fertig sein, der Neubau im ersten Halbjahr 2018. Zur Finanzierung sind ein Darlehen über 2,9 Millionen Euro und viele Spenden nötig.

Organe und Spenden

  • Aufsichtsrät: OB Bernd Häusler (1.), Helmut Kennerknecht (2.), Hiltrud Schneider-Cimbal (Diakonie Konstanz), Sabine Wegmann (Sozialstation, Radolfzell), Klemens Bäurer (Jurist, Radolfzell), Heinrich Everke (Arzt, Konstanz), Daniel Klein (Bankfachmann).
  • Geschäftsführer: Wolfgang Heintschel (Caritas), Christian Grams (Diakonie) und Oliver Kuppel, Prokurist des Caritasverband n.
  • Spendenkonto: Sparkasse Singen-Radolfzell "Stationäres Hospiz im Landkreis Konstanz" mit IBAN: DE 04 6925 0035 1055 1526 62; BIC SOLADES1SNG.

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