Mein

Singen HBH-Krise: Mitarbeiter müssen gehen

An den Krankenhäusern des HBH-Klinikverbundes greifen jetzt die ersten schmerzhaften Einschnitte des Kienbaum-Gutachtens. Der tiefste Schnitt: Verwaltungsstellen für 1,4 Millionen Euro pro Jahr sollen abgebaut werden, notfalls auch mit betrieblichen Kündigungen.

Bild: Bild: Tesche

„Das tut weh. Aber die Einschnitte sind notwendig, um die Zukunft unseres Verbundes zu sichern“, erklärte Singens Oberbürgermeister Oliver Ehret im SÜDKURIER-Gespräch zu den geplanten Maßnahmen.

Arbeitsplatz-Abbau: Stellen im Verwaltungsbereich für insgesamt 1,4 Millionen Euro sollen zusammengestrichen werden. Wie viele Stellen das umgerechnet im Einzelnen sind, sei noch unklar. Es dürften aber hochgerechnet rund 40 Stellen sein. Fest stehe die Höhe der geplanten Einsparungen in den Häusern: Am HBK Singen sollen 336 000 Euro eingespart werden, am Bad Säckinger Krankenhaus 520 000 Euro und an der Hochrhein-Eggberg-Klinik rund 550 000 Euro. Auch betriebsbedingte Kündigungen sind nach Einschätzung der HBH-Führung möglich. Mehrheitlich soll der Personalabbau jedoch durch Auflösungsverträge erfolgen. Am Pflegepersonal soll nicht gespart werden, betonte Ehret.

Keine Geburten mehr: Am Stühlinger Krankenhaus wird die Geburtshilfe aus Kostengründen aufgegeben. Das soll dem HBH-Verbund jährlich weitere 250 000 Euro einsparen. Jede Geburt verursachte dort laut HBH ein Minus von 1000 Euro. Ziel des Stühlinger Standortkonzeptes sei der Erhalt des Hauses als Krankenhaus der Grundversorgung mit den Abteilungen Innere Medizin, Allgemeine Chirurgie und Gynäkologie. Geprüft werde, ob die Umwandlung der Geburtshilfe in ein Geburtshaus in Eigenregie der Hebammen nach dem Vorbild des Radolfzeller Geburtshauses möglich sei.

Radolfzell und Engen: Wie es in den Krankenhäusern in Radolfzell und Engen weitergeht, sollen Konzepte zeigen, die derzeit noch in Arbeit sind. Die beiden Kliniken sollen sich mehr spezialisieren.

Hegau-See-Verhandlungen: Die Verhandlungen mit Konstanz über eine Zusammenarbeit kommen gut voran, sagt Ehret als Vorsitzender des HBH-Aufsichtsrates. Ein Gutachten soll nun klären, wie die Kooperation funktionieren könnte. Geld für das Gutachten haben Singen und Konstanz schon bereitgelegt. Rund 150 000 Euro wird es kosten, schätzt Ehret. Er sagt, es gebe im Landkreis ein „ernsthaftes Interesse über eine kommunale Lösung mit Konstanz nachzudenken“.

Private bleiben vorerst draußen: Mit privaten Betreibern wird vorerst nicht verhandelt. Bis Mai soll klar sein, ob es eine Zusammenarbeit zwischen Konstanz und den HBH-Kliniken geben könnte.

Landkreis soll helfen: Ehret will den Landkreis stärker in die Pflicht nehmen und auch die bislang nicht beteiligten Gemeinden ins Boot geholt sehen. „Der Landkreis ist Pflichtträger der Krankenhäuser“, erinnert Ehret.

Neuer Geschäftsführer: Der HBH-Verbund sucht derzeit einen neuen kaufmännischen Geschäftsführer. Nur noch einen, statt bislang zwei. Es gebe gute Bewerber, sagt Ehret. Die Auswahl solle schon bis Ende März getroffen werden. Die beiden bisherigen Geschäftsführer, Friedbert Lang und Sabine Schwörer, bleiben voraussichtlich noch bis Ende Juni auf ihrem Posten. Mit ihnen gibt es Gespräche wegen einer vorzeitigen Vertragsauflösung. Dann dürften auch Abfindungen fällig werden.

Kommentar: Die ersten Schnitte
Lesen Sie mehr in unserem Dossier!HBH: Jobs für 1,4 Millionen Euro fallen weg

Ihre Meinung ist uns wichtig
Mehr zum Thema
HBH: Klinikverbund in der Krise: Der HBH-Klinikverbund, mit Standorten in Bad Säckingen (Hochrhein- Eggbergklinik und Krankenhaus), Bad Bellingen, Stühlingen, Singen, Engen, Radolfzell und Gailingen, ist in einer schweren wirtschaftlichen Lage. Alle aktuellen Entwicklungen gibt es hier im Themenpaket.
Hervorragende Weine vom Bodensee
Korrekturhinweis
Neu aus diesem Ressort
Singen
Singen/Konstanz/Rielasingen-Worblingen
Singen
Singen
Singen
singen
Die besten Themen
Kommentare (5)
    Jetzt kommentieren