Singen Fleischkäse für Japan
Seit rund 25 Jahren pflegt er Kontakte nach Japan. Zurzeit hat er wieder zwei Praktikanten, die die Herstellung von Wurst lernen möchten.
Im Jahre 1984 zog es Christian Ribler das erste Mal nach Japan. Er bewarb sich auf eine Stelle als Metzgermeister und arbeitete zwei Jahre lang im Fleischbereich des Mischkonzerns Tokyo Foods, wo allein im Vieh- und Fleischsektor 3000 Mitarbeiter tätig sind. Seit dieser Zeit zieht es ihn immer mal wieder für ein paar Wochen nach Japan, so alle zwei bis drei Jahre. Durch seine Kontakte hat er deshalb auch öfters mal Praktikanten aus Japan zu Gast. Zurzeit sind Atsushi Maruyama (35) und Kazunori Watanabe (32) in der Metzgerei als Praktikanten tätig. Die beiden Männer arbeiten in der „St. Cousair Company“ in Iizuna Village, einer Kleinstadt rund 20 Kilometer nördlich von Nagano auf Japans Hauptinsel Honshu. Die St. Cousair Company produziert bisher vor allem Wein, Dressings und Marmeladen und hat zwei Restaurants, in den Atsushi Maruyama als Koch arbeitet. „Meine Firma möchte in Nagano in einem Einkaufszentrum einen Laden eröffnen und dort auch gegrillte Würste anbieten“, erzählt Maruyama. Deshalb zeigt Christian Ribler ihnen alle Tricks rund um die Herstellung von Wurst und Wurstwaren.
„Die Japaner sind sehr ehrgeizig und interessiert an Wurst, die nach dem Deutschen Reinheitsgebot hergestellt werden“, weiß Christian Ribler aus seiner Erfahrung, die er bei Aufenthalten in Japan gesammelt hat. Am bekanntesten und beliebtesten seien Wienerle, aber in kleineren Größen, daneben auch weiße Bratwürste. „Sie sind aber milder im Geschmack, denn die Japaner verwenden weniger Salz“, so Ribler. Atsushi Maruyama mag besonders gern auch Salami und Rollschinken.
Die Verständigung läuft auf Englisch. Die jungen Männer werden auch in der Freizeit von der Familie Ribler betreut. So haben sie schon das Appenzeller Land besichtigt und auch beim Narrentreffen haben sie bleibende Eindrücke gesammelt. Die letzten Tage ihres Aufenthaltes in Deutschland werden sie noch reisen. Christian Ribler hat nach dem fast achtwöchigen Besuch eine kleine Verschnaufpause, denn Mitte März kommt ein neuer Praktikant aus Japan.
