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Singen Feuer in Wohnhaus war Brandstiftung

Der Brand in einem Mehrfamilienwohnhaus in der Hadwigstraße vom frühen Dienstagmorgen ist nach Erkenntnissen der Polizei vom Bewohner des Ein-Zimmer-Appartements offenbar absichtlich selbst gelegt worden.

Der 30-Jährige soll Gegenstände in seinem Zimmer angezündet und dann das Gebäude verlassen haben. Die schlafenden anderen Hausbewohner wurden morgens um 3.15 Uhr durch piepsende Rauchmelder vor den Flammen gewarnt. Sie mussten teilweise von der Feuerwehr mit einer Drehleiter gerettet werden, weil das Treppenhaus völlig unter Qualm stand. Der Tatverdächtige räumt ein, das Feuer gelegt zu haben. Grund dürfte vermutlich eine psychische Erkrankung gewesen sein. Er wurde in die Psychiatrie eingeliefert. Der Singener Brand war nicht seine erste Tat dieser Art. Schon im Kreis Waldshut-Tiengen hat er laut Polizei vor drei Jahren eine ähnliche Tat begangen. In der Singener Wohnung lebte er offenbar seit gut einem Jahr.

Die Bewohner des großen Wohnblocks mitten in der Singener City sind fassungslos, als sie im Gespräch mit unserer Redaktion von der Festnahme des Mitbewohners erfahren und hören, dass er laut Polizei das Feuer in seiner Wohnung selbst gelegt haben soll und danach einfach verschwand. „Nicht auszumalen, was geschehen wäre, wenn wir keine Rauchmelder bei uns installiert gehabt hätten“, sagt eine Nachbarin, noch immer schockiert vom Brand gleich neben ihrer Wohnung. Durch die große Hitze war die Wand zur brennenden Wohnung hin bereits rissig geworden und giftiger Rauch eingedrungen. Der Mieter einer darüber liegenden Wohnung hatte zum Glück gleich richtig reagiert und alle Hausbewohner wachgeklingelt.

Die Feuerwehr barg dann mehrere Bewohner mit der Drehleiter aus oberen Stockwerken. Viel später hätten die Retter nicht anrücken dürfen, denn der beißende Qualm hatte sich schon im ganzen oberen Gebäudebereich verteilt gehabt.

Der Tatverdächtige wurde am Dienstag in einem Stadtteil festgenommen, nachdem er sich dort verdächtig benommen und Zeugen die Polizei alarmiert hatten. Er habe die Tat eingeräumt, berichtet Polizeisprecher Bernd Schmidt vom Polizeipräsidium Konstanz. Auf Antrag der Staatsanwaltschaft ordnete das Singener Amtsgericht die Unterbringung in einem psychiatrischen Krankenhaus an.

Was die Hausbewohner neben dem Schreck über das Feuer am meisten schockiert, ist die Tatsache, dass die mutmaßliche Brandstiftung vom Dienstag nicht der erste Fall des 30-Jährigen war, bei dem er Feuer legte. Schon vor drei Jahren stand er in Waldshut-Tiengen wegen eines ganz ähnlich gelagerten Falles vor Gericht. Seinerzeit stufte das Gericht ihn als schuldunfähig ein. Er musste sich in Behandlung begeben. Offenbar, so ist auch dem Kreis der Hausbewohner zu hören, fühlte er sich damals in dieser psychischen Betreuung nicht wohl, habe er berichtet. Erst vor wenigen Tagen habe er erklärt, Angst davor zu haben, wieder in die Psychiatrie zu müssen, sagen Nachbarn. Das Schuhgeschäft im Erdgeschoss wurde nicht in Mitleidenschaft gezogen. Der Verkauf läuft ganz regulär.
 

Besonders schwerer Fall 

Den Tatverdächtigen des Singener Wohnhausbrandes erwartet ein Gerichtsverfahren, bei dem er wegen besonders schwerer Brandstiftung angeklagt werden könnte. Sollte eine psychische Erkrankung der Grund für die Tat gewesen sein, könnte er dauerhaft in der Psychiatrie landen. 

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