Für die Sopranistin Ofelia Sala waren es gute Nachrichten, für Florian Riem als Intendant des Klassik-Open-Air zum Hohentwiel-Festivals kurzfristig Stress: „Ofelia Sala wird Mutter. Das ist für uns ein Grund zur Freude, andererseits musste auf die Schnelle eine andere Sängerin gefunden werden“, begründete Bürgermeister Bernd Häusler gestern die plötzliche Umbesetzung des Klassik-Open-Air - nur knapp einen Monat vor Veranstaltungstermin.
Die Umbesetzung lag in den Händen von Florian Riem, des Intendanten der Südwestdeutschen Philharmonie Konstanz. Er gestand, dass die Absage Salas zu einem schwierigen Zeitpunkt gekommen war, da generell die Festivalsaison europaweit beginnt.
Am feststehenden Programm wollte Riem nichts verändern, also musste eine neue Sopranistin gefunden werden, die mindestens dem künstlerischen Können von Ofelia Sala entspricht. Mit Martinez sei dies gelungen. „Es gibt aber wenige Sopranistinnen, die solch ein Programm singen können, daher ist Iride Martinez ein Glücksfall“, so Riem. Die ursprüngliche aus Costa Rica stammende Sopranistin sei in der Welt der Oper noch prominenter als Ofelia Sala und in allen Opernhäusern der Welt zuhause, betont Riem. Sieben Jahre war sie festes Ensemblemitglied der Kölner Oper, gewann 1998 für ihre Rolle als Viola/Cesario von Manfred Trojahns „Was ihr wollt“ in der Staatsoper in München den begehrten Titel des „Nachwuchstalentes des Jahres“, gastierte mehrfach an der Dresdner Semperoper wie auch an der Deutschen Oper Berlin und in der Mailänder Scala. „Sie ist die einzige costaricanische Sängerin, der ein internationaler Durchbruch gelang“, weiß der Intendant.
Dass Martinez auch bei der Wahl des Dirigenten ein Wörtchen mitgeredet hat, weiß Riem ebenfalls: Jean-Louis Forestier wird auf Wunsch der Sopranistin den Taktstock führen. In seiner Laufbahn dirigierte er zahlreiche namhafte Orchester in Frankreich, Japan und zuletzt Australien. Forestier, der gestern in Singen das Programm vorgestellt hat, freut sich auf ein Arrangement mit sehr hohem Niveau. „Das ist sehr anspruchsvoll für Orchester. Die spanischen Werke werden selten gespielt.“ Daher erwarte das Publikum am 21.Juli ein Klassik-Open-Air mit viel Charakter.
Jadis Walden