Kirschen rot Spargel tot, lautet eine alte Küchenregel. Für Feinschmecker bedeutet das den nächsten kulinarischen Höhepunkt der Sommersaison: Kirschen zählen zu den edlen hiesigen Früchten. Man kann kaum an den Marktkisten vorübergehen, ohne Gelüste zu bekommen. Alexandra Frey schwärmt: „Kirschen sind ein Traum und dazu supergesund.“ Weil sie im Körper freie Radikale neutralisieren, die die Zellen angreifen. Das ist noch nicht alles. Diese schmackhaften Früchte sollen auch den Harnsäurespiegel im Blut senken, das Bindegewebe straffen, den Organismus entgiften und Zellen entwässern und gegen Gicht vorbeugen.
Ursprünglich stammt die Kirsche vermutlich aus Zentralasien. Man nimmt sogar an, dass die Verbreitung nach Europa nicht durch Menschen erfolgte, sondern Zugvögel auf ihren Flügen Kirschen mit sich trugen und die Kerne entlang ihrer Route fallen ließen. Vögel schätzen noch heute diese Früchte und können im Schwarm in einen Baum stürzen und ihn radikal plündern. „Dazu ist zu viel Regen für Kirschen ein weiteres Problem“, sagt Obstbauer Jörg Hangarter.
Der geht den Früchten tatsächlich unter die Haut. Vor allem kurz vor der Erntezeit, wenn das Fruchtfleisch einen hohen Zuckergehalt hat. Denn wo Zucker ist, zieht es auch Wasser hin. „Die Kirschen saugen sich mit Regenwasser voll, der Druck im Innern steigt und kann so groß werden, dass die Kirsche platzt“, erklärt Hangarter.
Kirschen in Kuchen und Desserts sind eine übliche Variante, exotisch klingt die Kombination Süßkirschen in einem Geflügelsalat (siehe Rezept).
Christel Rossner