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Singen Die Ära Marktpassage ist zu Ende

18.06.2011
Singen -  Das Konzept Markspassage ist Geschichte. Am Montag beginnen die Abbrucharbeiten. Nach Obst und Brot zieht Deichmann ein.
Die Ära Marktpassage ist zu Ende

Petra Weber trauert ihrer Kundschaft nach. Heute wird sie sie hier zum letzten Mal bedienen. Danach schließt die Marktpassage.  Bild: Bilder: Gudrun Trautmann

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Singen – Der Reichenauer Gemüsegärtner Friedbert Blum wäre wirklich gerne geblieben. Alleine schon wegen seiner acht Verkäuferinnen, die ihre Kundschaft in der Marktpassage in den vergangenen zwei Jahren mit Hingabe bedient haben. Deshalb war der Schrecken vor ein paar Monaten groß, als so langsam durchsickerte, dass der Hauptanteilseigner an der Ladenfläche, Siegmar Kohlenbrenner, so nach und nach Kündigungen an seine verschiedenen Mieter verschickte. Heute ist auch für Blums Gemüsestand in der Marktpassage der letzte Tag gekommen. „Wir werden unsere Kunden genauso freundlich bedienen wie immer“, sagen Petra Weber und Daniela Sproll. „Wir geben unser Bestes bis zum Schluss.“

Mitte der 1980er Jahre wurde die Marktpassage mit Stadtbücherei in den Obergeschossen, Café und später auch noch dem Bürgerzentrum als moderner Handel- und Kommunikationspunkt gebaut. Nach dem Freiburger Vorbild war das offene Ladenkonzept im Zentrum der Stadt auch in den ersten Jahren ein großer Erfolg. Die Menschen trafen sich zum Einkaufen, auf einen Kaffee oder in der Mittagspause zum Essen. Doch in den letzten Jahren bröckelte die Frequenz und damit die Umsätze. Die Ladeninhaber klagten über hohe Mieten, und der Besatz durch die Händler wechselte immer rascher. Zum Schluss blieben einzelne Verkaufsstände einfach leer stehen. Man sah der Passage die Jahre an. Eine Renovierung wäre nach Meinung vieler Kunden schon lange nötig gewesen.

Jetzt hat sich der Haupteigentümer, Siegmar Kohlenbrenner, für einen radikalen Schnitt entschieden und damit das Ende der Singener Marktpassage besiegelt. Nun kann alles nicht schnell genug gehen. Nachdem die Mieter ihre Kündigungen erhalten hatten, suchten viele nach einem früheren Ausstieg. Das Café „La Piazza“, der Blumsche Obst- und Gemüsestand sowie die Bäckerei Künz in der Nachfolge von Herold blieben bis zum Schluss. Heute, Samstag, schließen sich endgültig die Pforten. Doch in den vergangenen Tagen wurde schon rundherum gewerkelt. Handwerker bauen Theken ab und räumen Mobiliar aus. „Jetzt werden wir fast noch rausgeschmissen“, sagt Petra Weber.

Die Frauen vom Gemüsestand haben alle eine neue Anstellung gefunden. Das war Friedhelm Blum das Wichtigste. Er und seine Frau haben sich damit abgefunden, dass sie Singen nach gut zwei Jahren wieder verlassen und künftig nur noch auf der Reichenau und dem Wochenmarkt in Schwenningen präsent sein werden. „Wir haben uns wirklich bemüht, aber keine Alternative in Singen gefunden“, sagt er.

Am Montag werde der Entrümpelungs- und Abbruchtrupp kommen, sagt Siegmar Kohlenbrenner. Dann beginnt der Umbau. Den Hauptteil seiner Fläche hat er an die Schuhkette Deichmann vermietet, die somit nur ein Haus weiter ziehen wird.

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