Singen Deutsche Kliniken Holding kauft HBH-Töchter
23.02.2011
„Das Kapitel Westen ist beendet.“ Das war das Motto der Pressekonferenz zum Verkauf der defizitären Einrichtungen innerhalb des Hegau-Bodensee-Gesundheitsverbundes. Zu welchem Preis die beiden Häuser den Besitzer wechseln werden, wurde nicht gesagt. Darüber haben die Verhandlungspartner Stillschweigen vereinbart. Die Schuldenlast für den HBK-Verbund werde aber deutlich reduziert, sagte Singens Oberbürgermeister Oliver Ehret erleichtert. Ohne die Verlustbringer im Westen habe der Verbund als kommunaler Gesundheitsträger mittelfristig ausgezeichnete Überlebenschancen.
Als Käufer tritt die Deutsche Kliniken Holding (DKH) mit Peter P. Gardosch von Krosigk in Aktion. Nach zwei Monaten Interimsmanagement räumt der Arzt und Manager den Häusern gute Überlebenschancen ein. Ein neues Konzept, über das er im Detail noch nicht sprechen wollte, sei in der Ausarbeitung. So lange die Notarverträge noch nicht unterzeichnet seien, fühle er sich nur als „Edelhausmeister“. Die Schwerpunkte werden jedoch auch weiterhin auf Orthopädie in Bad Bellingen und Gefäßerkrankungen liegen. Jetzt gehe es um eine Neuausrichtung des Leistungsspektrums und um die Steigerung der Patientenzahlen. „Klinkenputzen“ bei den Sozialleistungsträgern, überweisenden Ärzten und Krankenhäusern sei eine der wesentlichen Aufgaben.
Wegen der Distanz zum Mutterkonzern sei das in den vergangenen fünf Jahren zu kurz gekommen, sagte HBH-Geschäftsführer Peter Fischer. Das sei neben der veränderten Reha-Kultur einer der Gründe für die bedrohliche, finanzielle Schieflage, in die der Verbund Ende 2009 geraten war. (gtr)

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