Es gibt nicht viele Dörfer, die idyllischer liegen als Schlatt unter Krähen. Im Schatten des imposanten Vulkans scheint die Welt noch in Ordnung zu sein. Doch auch hier gibt es Probleme im Dorfleben – auch wenn diese anderswo eher als Problemchen bezeichnet werden würden. Oberbürgermeister Oliver Ehret besuchte Schlatt am Dienstagabend und unterhielt sich mit einigen Bürgern.
Gut anderthalb Stunden dauerte der Spaziergang, die Gastgeber öffneten dem höchsten Politiker der Stadt ihre Herzen. Das Jesukreuz auf der Verkehrsinsel im Ortskern beispielsweise sei aufgrund einer vor fünf Jahren dort gepflanzten Eiche gefährdet. „Die Wurzeln beschädigen das Kreuz“, erklärte Josef Hang, „auch wenn die Äste geschnitten werden – die Wurzeln wachsen weiter.“ Rolf Rapp verlangte: „Man muss wirtschaftlich denken und die Eiche abhauen. Umpflanzen würde bedeuten, Geld wegzuwerfen.“ Ehret versprach, sich der Sache anzunehmen.
Am Ortsausgang Richtung Volkertshausen bemängelten die Bürger den rasenden Verkehr. „Muss denn erst etwas passieren?“, fragte Ortsvorsteherin Erika Güss angesichts der gut 500 Meter langen Geraden, bei der auch am Dienstagabend Motorräder und Autos deutlich zu schnell unterwegs waren. Ehret erzählte, dass die Abteilung Straßenbau bereits eine Lösung sucht. Wildwuchs scheint in Schlatt ebenfalls akut zu sein. Der Tross überquerte kaum eine Straße, ohne dass die Menschen nicht über den Gehweg wachsende Hecken oder ungemähte Grünflächen bemängelten. „Dafür ist jeder Hausbewohner selbst verantwortlich“, sagte Ehret, „ebenso für die Pflege von privaten Bäumen und Gärten.“
Der abendliche Spaziergang bei milden Temperaturen und angenehmer Atmosphäre machte die Schlatter glücklich – aber nur dann, wenn Ehret seine Versprechen hält und die Probleme ernst nimmt. Auch wenn die anderswo vielleicht nur als Problemchen bezeichnet werden würden.
