Zwei noch ungeklärte Einbrüche innerhalb weniger Tage sorgen in Singen für Aufsehen. Die Langfinger brachen zwischen Dienstagabend und Mittwochmorgen auf der CDU-Kreisgeschäftsstelle in der Ekkehardstraße ein. Durch das Fensterklo im Kellergeschoss drangen sie ein und kämpften sich durch verschlossene Zwischentüren in die Räume der Politiker. Kreisgeschäftsführerin Michaela Thum befindet sich derzeit genauso wie der Landtagsabgeordnete Wolfgang Reuther und der Kreisvorsitzende Willi Streit im Urlaub. Die Geschäftsstelle ist während der Ferienzeit nur vormittags besetzt.
Der SÜDKURIER erreichte Michaela Thum an der Adria. „Es wurden zwei Laptops entwendet“, berichtet sie, „eins aus der Kreisgeschäftsstelle und eins aus dem Büro Reuther. Ansonsten gibt es bei uns nicht viel zu holen.“ Die Täter durchwühlten Schränke und Schreibtische, die Portokasse ließen sie ebenfalls mitgehen. „Auf den Laptops sind keine wichtigen Daten oder Adressen“, so Thum. An ihrem tragbaren Computer werden die Diebe nicht viel Freude haben: „Das Gerät ist mindestens zehn Jahre alt“, verrät sie schmunzelnd. Einen politischen Hintergrund befürchtet sie nach Rücksprache mit der Polizei nicht.
Ob ein Zusammenhang zwischen dem Einbruch in der CDU-Geschäftsstelle und dem Finanzamt Singen besteht, ist derzeit ebenfalls noch unklar. Zwischen Mittwochabend 18.45 Uhr und Donnerstagmorgen 6.30 Uhr zerstörten Einbrecher mit Brachialgewalt ein Fenster an der Gebäuderückseite des Finanzamtes an der Thurgauer Straße. Sie drangen durch dieses in das Gebäude ein und durchsuchten sämtliche Räume. „Es wird sich in nächster Zeit erst herauskristallisieren, ob von den Tischen der Sachbearbeiter Dinge entwendet wurden“, berichtet Polizeisprecher Fritz Bezikofer. „Wenn überhaupt, dann dürften nur kleinere Geldbeträge aus Kaffeekassen entwendet worden sein.“ Da wichtige Akten zentral gesichert gelagert werden, geht er nicht davon aus, dass hier zugeschlagen wurde. Außerdem griffen die Einbrecher im Querbau in der Thurgauerstraße zu, nicht am Haupteingang in der Alpenstraße.
Klaus Seifarth, seit 31. Juli neuer Leiter des Finanzamtes Singen, geht nicht davon aus, dass der oder die Einbrecher auf der Suche nach wichtigen Unterlagen waren: „Es ging offensichtlich nur um schnöden Mammon, sensible Daten sind nicht entwendet worden“, berichtet er, „der Schaden beschränkt sich auf das beschädigte Fenster und die beschädigten Bürocontainer der Mitarbeiter.“ Er geht davon aus, dass sich der Schaden auf ungefähr 1000 Euro beläuft.
Mögliche Zeugen oder Hinweisgeber werden gebeten mit dem Polizeirevier Singen unter der Telefonnummer 07731 / 8880, Kontakt aufzunehmen.
